Berlin - Mit hochmoderner Technik machen Betrüger auf Autobahnen Jagd auf deutsche Urlauber. Davor warnt der Automobilclub ADAC. Vor allem in Osteuropa und Südosteuropa sind demnach vermehrt falsche Gelbe Engel unterwegs. Sie geben vor, Pannenhelfer des ADAC oder zumindest im Auftrag des ADAC unterwegs zu sein. Die Betrüger „geben sich als Gelbe Engel aus und knöpfen Reisenden viel Geld für Abschlepp- und teils unnötige Werkstattleistungen ab“, teilt der Automobilclub mit.

Die Taktik der Betrüger: Sie fahren die Autobahnen in Ungarn, Serbien, Bulgarien, Kroatien, Slowenien, Slowakei, Litauen und Polen ab oder warten auf Raststätten. Hier suchen sie Touristen, die aufgrund einer Fahrzeugpanne liegen geblieben sind. Dann bieten sie den Hilfesuchenden Unterstützung wie etwa das Abschleppen zu einer Werkstatt an. Dafür und für teils auch unnötige Reparaturen werden dann völlig überhöhte Summen gefordert.

Die Betrüger, warnt der ADAC, gehen dabei höchst professionell vor. So nutzen die Verbrecher Fahrzeuge in der farblichen Gestaltung der bekannten Pannenhilfe-Autos. Zudem werden häufig das Logo des Clubs oder die Aufschrift „Im Auftrag des ADAC“ verwendet. Eine ADAC-Sprecherin: „Auch das Personal tritt im Gewand der ADAC-Straßenwachtfahrer auf.“

Verbrecher unterbrechen Mobilfunknetz mit speziellen Störsendern

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Betrüger mit Hang zu Rockmusik? Auf diesem Fahrzeug steht ACDC statt ADAC.

Damit Hilfesuchende nicht den Auslandsnotruf des echten ADAC verständigen können, arbeiten die falschen Gelben Engel sogar mit hochmoderner Technik. Laut ADAC haben die Kriminellen Störsender in ihren gefakten Pannenhelfer-Fahrzeugen installiert, die das Telefonnetz unterbrechen. Eine Mobilfunkverbindung wird somit unmöglich gemacht.

Wozu rät der ADAC, wenn man Opfer von derartigen Betrügern geworden ist?

Der ADAC rät: „In so einer Situation sollten Autofahrer ihr Fahrzeug abschließen, sich einige Meter entfernen und von dort den ADAC Auslandsnotruf kontaktieren.“ Sollte man Opfer von Betrügern geworden sein, rät der ADAC zu einer Betrugsanzeige. Diese muss von dem geschädigten Mitglied erstellt werden, „beispielsweise wenn das Auto beschädigt oder Geld an den falschen Pannenhelfer bezahlt wurde“.

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An einer Rastanlage wartet dieser Pannenhelfer auf sein nächstes Opfer. Auch er arbeitet nicht für den ADAC.

Der Club teilt weiter mit: „Wenn die ADAC Versicherung AG die Betrüger, beispielsweise mittels Foto von Nummernschildern, identifizieren kann, wird mit Unterstützung des lokalen Partnerclubs immer gegen die falschen Pannenhelfer juristisch vorgegangen, zum Beispiel mit einer Abmahnung.“

Zugleich betont die Sprecherin, dass der ADAC im Ausland keine eigene Straßenwacht-Flotte betreibt. Etwaige Vertragspartner dürften „weder auf ihren Fahrzeugen noch an Werkstätten ADAC-Logos verwenden“. Einzig in Norditalien ist „ein Gelber Engel ganzjährig als Pannenhelfer für die ADAC-Notrufstation tätig“.