Berlin - Nachdem mehrere Internet-Kanäle des rechtsradikalen Kochbuch-Autors Attila Hildmann gehackt worden sind, hat sich erneut die Berliner Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Wir gehen sämtlichen Informationen, die sich aus den Veröffentlichungen der letzten Tage ergeben haben, nach“, twitterte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag und fügte hinzu, sie könne „aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit keine weiteren Informationen“ zu diesem Komplex veröffentlichen. Nach Hildmann werde weiterhin mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht. Er lebe in der Türkei, werde aber wegen seines türkischen Passes, den er neben dem deutschen besitze, nicht ausgeliefert.

Anfang der Woche reklamierte das Hackerkollektiv Anonymous für sich, Hildmanns Internet-Kanäle übernommen zu haben und zahlreiche Mails und andere Daten von ihm zu besitzen. Hildmann bestätigte die Übernahme in einer Sprachnachricht.

Anonymous will Details zur Auswertung veröffentlichen

Anonymous kündigte an, Details zur Auswertung zu veröffentlichen. Dabei gehe es auch um Bilder, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Justiz durchgestochen worden sei. Die Staatsanwaltschaft hatte im Mai mitgeteilt, dass wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde.

Hildmann steht unter dem Verdacht der Volksverhetzung. Der frühere Kochbuchautor nennt sich inzwischen selbst „ultrarechts“ und einen Verschwörungsprediger. Er trat bei Protesten gegen die Corona-Regeln auf, postete wiederholt Hakenkreuze und leugnete den Holocaust.