Berlin - Im Berufungsprozess um die tödliche Kollision eines Funkstreifenwagens mit dem Auto einer jungen Frau in Berlin-Mitte wird am Dienstag (9 Uhr) möglicherweise ein Urteil verkündet. Die Staatsanwaltschaft hat auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung gegen den angeklagten Hauptkommissar plädiert. Der 54-Jährige habe sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, so die Staatsanwältin. Die Anwälte des Beamten forderten Freispruch. Über einen Hilfsbeweisantrag der Verteidigung hat das Landgericht noch nicht entschieden.

Der Angeklagte am Steuer eines Fahrzeugs mit Blaulicht und Signal soll am 29. Januar 2018 auf dem Weg zu einem Einsatz mit einer Geschwindigkeit von 91 Stundenkilometern in den Wagen der 21-jährigen Fabien Martini gekracht sein, die gerade einparken wollte. Die junge Frau verstarb noch am Unfallort. Der Polizeibeamte war im Dezember 2020 wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung eines Amtsgerichts hatten sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage Berufung eingelegt.