BerlinDie Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt hat einem Medienbericht zufolge die Ermittlungen gegen den umstrittenen Koch Attila Hildmann übernommen. Nachdem sich seit Monaten an Hildmanns Wohnort Brandenburg Anzeigen angesammelt hätten, ohne dass Anklage erhoben wurde, habe nun die Berlin Justiz übernommen, so der Rechercheverbund aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung.

Demnach gibt es 60 Bände an Akten sowie weitere 33 Fallakten aus Brandenburg, die bereits in Berlin eingetroffen sind. Die dortige Justiz wolle alle Anzeigen, die deutschlandweit gegen Hildmann eingehen, von nun an zentral an sich ziehen. So wolle die Staatsanwaltschaft auch sicherstellen, dass Hildmann bei ihm beschlagnahmte Laptops und Handys nicht zurückbekomme, bevor sie ausgelesen sind.

Hildmanns Strategie soll geprüft werden

Die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers sagte dem Bericht zufolge, sie wolle „schnellstmöglich einen Antrag auf Anschlussbeschlagnahme und Durchsuchung der Geräte an den Ermittlungsrichter oder die Ermittlungsrichterin stellen“. Sie sagte demnach weiter, auch Hildmanns Strategie bei seinen Äußerungen solle auf den Prüfstand gestellt werden: „Auch wenn jemand scheinbar im Konjunktiv spricht, kann das unter Umständen dieselbe aufhetzende Wirkung bei den Zuhörenden auslösen.“ Ziel sei eine klärende, möglichst obergerichtliche Rechtsprechung.

In dem Bericht wird in dem Zusammenhang auf eine verbale Attacke Hildmanns auf den Grünen-Politiker Volker Beck verwiesen. Im Juli sagte er demnach, dass - wenn er Reichskanzler wäre - für Beck die Todesstrafe „durch Eiertreten“ eingeführt werden würde. Die möglicherweise juristisch erschwerte Verfolgung durch den Konjunktiv solle geprüft werden, hieß es.