Potsdam - Die polizeilich gemeldeten Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen in Brandenburg sind zwischen November 2021 und April 2022 im Vergleich zur Vorjahreszeit geringfügig zurückgegangen. In den sechs Monaten bis Ende April dieses Jahres ereigneten sich 2341 Straftaten, darunter drei Tötungsdelikte im Februar und März, wie das Sozialministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion mitteilte. Das waren 34 Fälle weniger als im vergleichbaren Zeitraum vor einem Jahr.

Brandenburgs Polizei hatte im vergangenen Jahr insgesamt 5073 Straftaten registriert, die mit häuslicher Gewalt gegen Frauen zusammenhingen. Das waren 162 Fälle weniger als im Jahr zuvor, aber 702 mehr als 2019. Seit 2010 sind in Brandenburg laut Polizei insgesamt 119 Frauen Opfer tödlicher Gewalt in der eigenen Wohnung geworden.

Wie das Sozialministerium in der Antwort auf die Anfrage weiter mitteilte, will das Innenministerium die Rechtslage zum Schutz von Frauen verbessern. Der Entwurf für ein Gesetz, mit dem der Schutz vor häuslicher Gewalt verbessert werden soll, befinde sich bereits in der Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts, heiß es.

Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte kürzlich angekündigt, dass Täter häuslicher Gewalt künftig nicht nur zehn Tage, sondern bis zu zwei Wochen lang aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden können. Künftig sollen für potenzielle Gewalt- und Sexualstraftäter in Hochrisikofällen auch elektronische Fußfesseln möglich sein.