LeipzigAuch wenn ein Ausländer bereits in einem anderen EU-Staat internationalen Schutz genießt, kann er laut Bundesverwaltungsgericht als Angehöriger von Flüchtlingen in Deutschland einen Aufenthaltstitel bekommen. 

In dem Fall sei ein Asylantrag zwar unzulässig, wenn er aufgrund von drohender Gefahr gestellt werde, entschied das Bundesverwaltungsgericht. Schutz in einem anderen Land verhindere aber nicht den internationalen Familienschutz, der „von einem schutzberechtigten Familienangehörigen“ abgeleitet sei (Az. BVerwG 1 C 8.19).

Gericht lehnte Revision der Bundesrepublik ab

Es ging um den Fall eines Manns, der nach eigenen Angaben somalischer Staatsangehöriger ist. 2013 wurde ihm in Italien internationaler Schutz gewährt. Zwei Jahre später stellte er einen Asylantrag in Deutschland, der unter Verweis auf den Schutzstatus in Italien abgelehnt wurde. Seine drei minderjährigen Kinder reisten dann zusammen mit ihrer Großmutter nach Deutschland ein und wurden als Flüchtlinge anerkannt.

Der Vater klagte mit Erfolg gegen die Ablehnung seines Antrags, auch das Berufungsgericht gab ihm Recht. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte nun die dagegen gerichtete Revision der Bundesrepublik ab. In einem zweiten Fall ging es um eine Syrerin, die in Griechenland Schutz erhielt und nach Deutschland zu ihrem Mann ziehen wollte. Hierzu erging keine Entscheidung, die dazugehörige Revision war zuvor zurückgenommen worden.