Berlin - Immer mehr asiatische Unternehmen lassen sich in Berlin nieder. Davon profitiert vor allem ein Bezirk. Wie der RBB berichtet, sind aktuell 48.552 Onlinehändler mit dem Sitz in China, Hongkong, Taiwan und Macau beim Finanzamt Berlin-Neukölln steuerlich registriert. Das geht aus einer Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen von Dienstag hervor. Demnach hat sich die Zahl der Registrierungen in nur wenigen Jahren mehr als verhundertfacht. Drei Jahre zuvor lag diese Zahl noch bei 432.

Wie die Senatsverwaltung mitteilte, verzeichnete das Finanzamt Neukölln als bundesweit zuständige Behörde schon seit längerem einen regelmäßigen Zuwachs von etwa 1000 neuen Anmeldungen pro Woche. Bereits seit 2019 sorgten die Unternehmen für Umsatzsteuereinnahmen „stabil im zweistelligen Millionenbereich“.

Einnahmen aus der Umsatzsteuer: 213 Millionen Euro in elf Monaten 

Wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) erklärte, sollen sich die Einnahmen aus der Umsatzsteuer von Onlinehändlern mit Sitz in China allein in den ersten elf Monaten auf mehr als 213 Millionen Euro belaufen. „Noch vor einigen Jahren wäre ein solches Volumen nicht auch nur entfernt für möglich gehalten worden“, sagte der SPD-Politiker. Wirkung zeigt nach Angaben der Senatsverwaltung ein vor rund zwei Jahren beschlossenes Gesetz gegen Umsatzsteuerbetrug im Internethandel. Finanzbeamten setzten zudem die Datenherausgabe von Onlineplattformen härter durch, hieß es.

Mit dem Gesetz haften nun die Betreiber bei Steuerbetrug für die Händler. Daher können die Händler nur noch dort Geschäfte machen, wenn sie steuerlich in Deutschland registriert sind. In der Vergangenheit hatten insbesondere Unternehmen und Händler aus China beim Verkauf von Waren über Plattformen und Marktplätze wie Amazon oder Ebay keine Umsatzsteuer gezahlt.