Fast jeder zehnte Mensch in Deutschland weist eine schwere Behinderung auf. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, lebten zum Jahresende 2021 rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Das entsprach einem Anteil von 9,4 Prozent in der gesamten Bevölkerung.

Als schwerbehindert gelten Personen, denen die Versorgungsämter einen Behinderungsgrad von mindestens 50 zuerkannt sowie einen entsprechenden Ausweis ausgestellt haben. Behinderungen bestehen dem Bundesamt zufolge selten seit der Geburt oder dem Kindesalter, sondern entstehen meist erst im fortgeschrittenen Alter. So war rund ein Drittel (34 Prozent) der schwerbehinderten Menschen zum Ende des vergangenen Jahres 75 Jahre oder älter. Etwas weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Schwerbehinderten gehörte der Altersgruppe von 55 bis 74 Jahren an. Nur knapp drei Prozent waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Die meisten schweren Behinderungen werden durch Krankheit verursacht

90 Prozent der schweren Behinderungen wurden der Statistik zufolge durch eine Krankheit verursacht. Körperliche Behinderungen hatten 58 Prozent der schwerbehinderten Menschen, geistige oder seelische Behinderungen insgesamt 14 Prozent. Zerebrale Störungen, also Schäden am Gehirn, lagen in neun Prozent der Fälle vor. Bei den übrigen Personen (19 Prozent) war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank die Zahl der Menschen mit einer schweren Behinderung der Statistik zufolge im Vergleich zu 2019 um rund 108.000. Dieser Rückgang gehe allerdings auf eine Bereinigung der Verwaltungsdaten in Niedersachsen zurück, wodurch die Zahl der dort erfassten schwerbehinderten Menschen um 121.000 sank.