Berlins FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja hat den Senat aufgefordert, seine ablehnende Haltung zum Weiterbau der Stadtautobahn A100 zu überdenken. „Ich würde mich mal offener mit der Frage auseinandersetzen und nicht nur den ideologischen Weg beschreiten und sagen „Das ist alles Mist“, sagte Czaja der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben eine klare Haltung dazu: Der Weiterbau der A100 ist ein sinnvoller Lückenschluss, um den Verkehr aus der Innenstadt herauszuziehen und Quartiere zu entlasten.“

Sich den Planungen jetzt in den Weg zu stellen und jahrelangen Rechtsstreit herauszufordern, halte er für das falsche Signal. „Insbesondere, weil wir eine funktionierende Infrastruktur brauchen, um eine wachsende Metropolregion Berlin-Brandenburg mobil zu halten“, sagte Czaja. Für den Verkehr der Zukunft, egal ob mit Wasserstoff oder Elektroantrieb, sei das unverzichtbar.

Grüne und Linke sind dagegen

Der Berliner Senat sieht den Weiterbau der A100 vom Treptower Park über Friedrichshain Richtung Lichtenberg kritisch. Die rot-grün-gelbe Bundesregierung will ihn dagegen möglichst schnell umsetzen. Anfang April war bekannt geworden, dass die Ausschreibung der Planung für den 17. Bauabschnitt erfolgt ist. Bundesverkehrsminister ist Czajas Parteikollege Volker Wissing. Vor allem Linke und Grüne haben angekündigt, sich damit nicht abfinden zu wollen.

„Für uns steht fest, dass es richtig ist, wenn das Bauwerk vollendet wird und der 17. Bauabschnitt kommt“, sagte Czaja. Auch die Berliner CDU hält den Weiterbau der A100 für richtig, genau wie die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

Mehrheit der Berliner für Weiterbau der A100

Einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage zufolge ist eine Mehrheit der Berliner dafür: Auf die Frage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des „Tagesspiegels“, wie sie einen möglichen Weiterbau der A100 bis zur Storkower Straße in Friedrichshain bewerteten, antworteten 42,8 Prozent der Befragten mit „sehr positiv“, 10,6 Prozent „eher positiv“.