Berlin - Der stellvertretende Vorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki, sieht den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet als gescheitert. Gegenüber dem NDR verwies Kubicki auf einen unionsinternen Machtkampf, den Laschet das Amt kosten wird. Der Sender ntv berichtete zuerst darüber.

Zuletzt wurden auch in eigenen Reihen Rücktrittforderungen laut: Ellen Demuth, CDU-Landstagsabgeordnete in Rheinland-Pfalz, forderte ihren Parteivorsitzenden auf Twitter zum Rücktritt auf. Auch die Werteunion äußerte sich zum Wahldebakel: „Vorstand und Parteivorsitzende von CDU und CSU müssen die Konsequenzen aus dem Wahldebakel bei der Bundestagswahl vom 26. September 2021 ziehen und mit sofortiger Wirkung zurücktreten.“ Auch die Junge Union in Sachsen forderte Laschets Rücktritt.

Bundestagswahl: Union stürzt auf historischen Tiefpunkt

Sollte die Union in die Opposition gehen – dies wäre bei einer Ampel-Koalition der Fall – wäre das Amt des Fraktionsvorsitzenden das wichtigste, so Kubicki. Laschet wollte Fraktionschef Ralph Brinkhaus zunächst nur als Zwischenlösung bis zur nächsten Sitzung des neuen Bundestags einsetzen. Dieser Versuch scheiterte – Brinkhaus wurde zunächst bis April 2022 wiedergewählt.

Kubicki sieht Laschets Autorität infrage gestellt: „Ich kann mir schwer vorstellen, wie er mit einer Union, die nicht komplett zu 100 Prozent hinter ihm steht, die Herausforderungen der nächsten Tage überstehen will“. Zuletzt sprachen sich mehrere CDU-Politiker gegen ein Jamaika-Bündnis aus. 

Laschet räumte in der Fraktionssitzung am Dienstag eigene Fehler im Wahlkampf ein. Er habe als Spitzenkandidat auch selbst Fehler gemacht, sagte Laschet nach Angaben von Teilnehmern in der Fraktionssitzung im Bundestag in Berlin. Er bedaure das sehr. Und er wolle sich bei denen, die es betroffen habe, entschuldigen. Die Union stürzte bei der Bundestagswahl von 32,9 Prozent auf einen historischen Tiefpunkt von 24,1 Prozent ab. Einer Umfrage zufolge lehnt die Mehrheit der Bevölkerung einen Regierungsanspruch von Laschet ab.