Gemeinsam tanzen, singen und schwitzen - die Clubs in Berlin stehen vor dem ersten Party-Wochenende seit Anfang November. Die seit Freitag geltende Corona-Verordnung erlaubt den Betrieb ohne Mindestabstand und Masken. Allerdings gilt 2G plus - Geimpfte und Genesene brauchen zusätzlich einen Test oder müssen eine Auffrischungsimpfung nachweisen können.

Angesichts des Kriegs in der Ukraine ist die Stimmung jedoch eher gedämpft. Die Vorsitzende der Berliner Clubcommission, Pamela Schobeß sagte der Deutschen Welle: „Wir haben zwei Jahre darauf gewartet, ohne Beschränkungen öffnen zu können, aber die Vorfreude ist weg“. Schobeß betreibt mit ihrem Lebensgefährten das „Gretchen“ in Berlin-Kreuzberg.

Spendenboxen für die Ukraine in den Clubs

Die Clubszene will auf den krieg in der Ukraine reagieren, so Schobeß. Unter dem Motto „Club Culture United - Stand Up For Ukraine“ würden die Clubs etwa einen Teil der Eintrittsgelder an verschiedene Hilfsorganisationen spenden. Einzelne Mitglieder der Clubcommission hätten bereits Sachspenden gesammelt oder seien nach Polen gefahren, um an der Grenze zur Ukraine zu helfen.

Das Berghain kündigte an, die Einnahmen seiner ersten Nacht nach der Wiederöffnung an Organisationen zu spenden, die sich unter anderem für queere Menschen in der Ukraine einsetzen. Es könnte sein, dass sich noch mehr Clubs beteiligen, sagte Daniel Jakobson von der Clubcommission. Feiern und Solidarität schließen sich nicht aus. „Ein Clubbesuch bedeutet ja nicht, dass den Leuten die Welt um sie herum egal ist.“ Clubs seien Orte der Inspiration, des Austauschs – und auch der Mobilisierung.

Es sei trotz allem wichtig, die Clubs zu öffnen, so Schobeß. „Die Menschen in Berlin, die haben das Clubbing vermisst, und die möchten wirklich gerne wieder in die Clubs gehen“.

Öffnen durften die Berliner Clubs zwar den Winter hindurch, allerdings hatte der Berliner Senat Anfang Dezember ein umstrittenes Tanzverbot verhängt. Nur wenige boten Kulturveranstaltungen an oder öffneten den Barbetrieb. In einzelnen Locations wurden Impfstellen eingerichtet. Einige Clubbetreiber versuchten, gegen das Tanzverbot zu klagen – vergebens.