Bisher ist es in den meisten Schwimmbädern nicht erlaubt, als Frau oder non-binäre Person mit nacktem Oberkörper ins Wasser zu gehen. In der Bezirksversammlung Hamburg-Eimsbüttel will die SPD-Fraktion nächste Woche einen Antrag stellen, der eine Oberkörperfreikultur für das Baden ermöglichen soll, berichtet die taz. Es sei „einfach eine Frage der Gleichberechtigung“, sagt Paula Reineke-Rügge, SPD-Bezirksabgeordnete. Für den Fall, dass der Antrag angenommen wird, würde das Verbot wackeln, oberkörperfrei öffentliche Schwimmbäder aufzusuchen.

Seit Anfang Mai dürfen Frauen in Göttingen am Wochenende ohne entsprechende Badekleidung Schwimmbäder besuchen. Das entschied der Sportausschuss der niedersächsischen Stadt. Diese Regelung gilt in allen öffentlichen Bädern Göttingens. Allerdings ist zunächst eine Testphase bis zum 31. August geplant. Anlass für die Regeländerung war ein Vorfall, bei dem eine Frau aus einem Schwimmbad verwiesen wurde und ein Hausverbot erhielt. Sie hatte oben ohne gebadet, ihre Brust war nicht entsprechend bedeckt gewesen. Sie selbst sagte, sie identifiziere sich nicht als Frau. Die Betreiber des Schwimmbads sahen die Sache anders.

Oben-ohne-Streit in Berlin: Klage gegen Bezirk eingereicht

Aufsehen erregte auch ein Fall in Berlin: Gabrielle Lebreton bekam vor einem Jahr Ärger mit der Polizei, als sie sich oben ohne an einer Kinderplansche in Treptow-Köpenick sonnte. In der Stadt entbrannte eine Debatte, eine Solidaritätsdemo folgte – warum werden Frauen anders behandelt als Männer? Lebreton hat gegen den Bezirk Klage wegen Diskriminierung eingereicht. Eine Entscheidung dazu liegt noch nicht vor.