BerlinDie Deutsche Bahn will trotz eines erheblichen Fahrgastrückgangs in der Corona-Krise an ihrem Fahrplan im Fernverkehr festhalten. Bei einer Reduzierung von Netzstrecken würden ganze Regionen und Städte wie Halle, Saarbrücken oder Aachen den Anschluss an den Fernverkehr verlieren, zitierte die „Bild am Sonntag“ aus einer internen Bilanz des Konzerns.

Verpilzung schon nach wenigen Tagen

Einen kompletten Stillstand einzelner Züge kann sich die Bahn zudem laut „BamS“ nicht erlauben: Die Hochgeschwindigkeitszüge seien für Dauerbetrieb ausgelegt und müssen kontinuierlich mit Strom und Vollklimatisierung versorgt werden. Schon nach wenigen Tagen ohne vollen Betrieb der Lüftungsanlagen würden die Innenräume durchfeuchten, die Trinkwasserleitungen verkeimen und es käme zu einer Verpilzung der Klima- und Kühlanlagen.

Die Deutsche Bahn hat dem Bericht zufolge von Januar bis Ende Oktober über 42 Prozent weniger Menschen transportiert als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl in den zehn Monaten ging auf 72 Millionen zurück.

Das Sitzplatzangebot im Fernverkehr reduzierte der Konzern etwa durch verkürzte Züge und weniger internationale Verbindungen auf aktuell 85 Prozent. Die Auslastung liegt laut „Bild am Sonntag“ derzeit zwischen 20 und 25 Prozent. Damit sei die Nachfrage nach Bahnfahrten aber etwa dreimal so hoch wie während des ersten Lockdowns im Frühjahr.