Berlin - Illegales Feuerwerk oder Restbestände aus dem vergangenen Jahr: Trotz des diesjährigen Böllerverbots wird es an Silvester spätestens um Mitternacht aller Voraussicht nach dennoch knallen, böllern und blitzen. Für Tiere der blanke Horror. Während Wildtieren wie etwa Vögeln, Eichhörnchen oder Füchsen nur die oftmals tödlich endende Flucht bleibt, können Haustiere zumindest ein wenig von ihren Besitzern geschützt und beruhigt werden.

Die Experten vom Zoo in Magdeburg haben für Tierbesitzer zehn Tipps zusammengestellt, wie man seinem Haustier durch die lauteste Nacht des Jahres helfen kann und auch sollte. Die Angst vor lautem Krachen ist laut Zoo-Experten „evolutionär begründet und vollkommen normal, denn laute Geräusche werden in der Natur mit Gefahr assoziiert“. Der richtige Umgang mit Tieren, die diese Ängste empfinden, sei daher „unumgänglich“.

So schützen Sie ihr Haustier:

  • Das Tier an Silvester nicht alleine lassen. Das Tier braucht besonders in dieser Situation eure Nähe.
  • Schon tagsüber vorsichtig sein, denn schon am Nachmittag können sich Tiere erschrecken oder von Silvesterböllern getroffen werden. Deshalb bietet es sich an, die Katze (idealerweise) den ganzen Tag drinnen zu lassen und mit dem Hund bestenfalls etwas früher am Tag (angeleint) spazieren zu gehen.
  • Ihr könntet eure Vierbeiner mit Adressanhängern versehen, um auf Nummer sicher zu gehen, falls euer Haustier vor Schreck draußen flüchtet.
  • Rückzugsorte schaffen, indem ihr die Tiere beispielsweise in einem ruhigem Zimmer (das nicht zur Straßenseite liegt) unterbringt, Käfige von Kleintieren mit Tüchern abdeckt, vom Fenster wegstellt, die Rolläden runterlasst oder die Vorhänge zuzieht.
  • Ablenkung kann helfen, indem ihr andere moderate Geräuschkulissen schafft, wie beispielsweise durch Fernseher oder Radios. Ansonsten kann eine Beschäftigung mit Spielzeugen eine gute Ablenkung sein.
  • Zuneigung signalisieren, wenn eurer Tier sich dadurch sicherer fühlt. Wenn es allerdings dadurch nur gestresster reagiert, solltet ihr es lieber doch in Ruhe lassen.
  • Die Tiere sollten keinesfalls für ihr Angstverhalten bestraft werden, das löst nur noch mehr Stress aus.
  • Nahrungsergänzungsmittel oder homöopathische Mittel zu geben, könnte ebenfalls eine Alternative bei besonders ängstlichen Tieren sein. Die Vergabe der Mittel sollte aber nicht ohne eine Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.
  • Das Tier ist König, denn es versteht nicht, warum es draußen knallt und blitzt – zwingt es zu nichts, was es nicht möchte.
  • Es gibt keine Pauschaltherapie oder Wundermittel. „Hört“ eurem Tier zu und versucht, ihm Silvester so gut es geht zu erleichtern.

Auf der Facebook-Seite des Zoos heißt es zudem: „Habt ihr noch weitere Tipps, die ihr mit anderen teilen möchtet? Schreibt es in die Kommentare!“ Man freue sich „immer sehr wenn, wie auch im letzten Beitrag, so viel miteinander interagiert wird“.