Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an den Film „Triangle of Sadness“ des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt.

Die Satire spielt auf einer Luxusjacht und karikiert die Welt der Superreichen. Die Premiere dieses Films, der eine sehr überraschende Wendung hat, wurde von einigem Gelächter im Kinosaal begleitet. Im Gedächtnis bleibt Woody Harrelson als marxistischer, konstant betrunkener Kapitän und ein völlig eskalierendes Dinner, bei dem die Gäste ihre gerade verzehrten Austern in alle Richtungen ausspeien oder auf andere Weise wieder loswerden, was Östlund in vielen Details zeigt. Manchen Kritikerinnen und Kritikern war das Ganze aber etwas zu derb oder platt.

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Die Goldene Palme

Die iranische Schauspielerin Zar Amir Ebrahimi wurde für ihre Rolle in „Holy Spider“ als beste Schauspielerin ausgezeichnet. In dem Film spielt sie eine mutige Journalistin, die einem Serienmörder auf der Spur ist. Die US-Amerikanerinnen Riley Keough und Gina Gammell erhielten für ihren Film „War Pony“ den Preis Camera d'Or für den besten Debütfilm.

dpa/Filmfest Cannes
Szene aus dem Film „Holy Spider“

Cannes vergibt Spezialpreis zum 75. Jubiläum an Dardenne-Brüder

Die belgischen Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne wurden mit einem Spezialpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung werde speziell zu diesem Jubiläumsjahr vergeben, sagte Jury-Präsident Vincent Lindon. Die Dardenne-Brüder waren bereits mit vielen Filmen in Cannes eingeladen und gewannen zweimal den Hauptpreis Goldene Palme (1999: „Rosetta“, 2005: „Das Kind“). Dieses Jahr lief ihr Film „Tori and Lokita“ im Wettbewerb.

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Jean-Pierre und Luc Dardenne

Das Werk erzählt von den jungen Migranten Tori und Lokita, die sich auf der Flucht kennengelernt haben und sich nun als Geschwister ausgeben, um Lokita (Joely Mbundu) einen Aufenthaltsstatus in Belgien zu ermöglichen. Doch die Behörden erkennen das nicht an, und Lokita läuft Gefahr, zurück zu müssen. Um Geld zu verdienen, arbeiten die beiden nachts als Drogenkuriere. Schließlich willigt Lokita in einen Job ein, der verhängnisvoll enden wird.