Burg - Eine Kreditvergabe der Sparkasse Spree-Neiße an einen wegen Kreditbetruges vorbestraften Gastronomen mit Verbindungen in die rechtsextremistische Szene ist zum Fall für das Brandenburger Finanzministerium geworden. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte eine Anfrage der Berliner Morgenpost am Sonntag, dass die für die Sparkassenaufsicht zuständige Behörde im Rahmen ihrer Rechtsaufsicht derzeit prüfe, ob die Vergabe des Darlehens rechtlich zu beanstanden sei. 

Die Sparkasse Spree-Neiße, eine Anstalt öffentlichen Rechts, hatte der GmbH des mutmaßlichen Rechtsextremisten im April 2019 einen Kredit zur Übernahme der Traditionsgaststätte „Deutsches Haus“ in dem Ort Burg im Spreewald gewährt. Der Kaufpreis soll bei rund 700.000 Euro gelegen haben.

Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung 

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden verfügt der Mitgesellschafter und Geschäftsführer über Verbindungen in die rechtsextremistische Szene. Die Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigte, gegen ihn und weitere Mitglieder der Gruppe „Kampfgemeinschaft Cottbus“ wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu ermitteln.

Der Mitgesellschafter und Geschäftsführer ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Im Januar 2019 verurteilte ihn das Amtsgericht Cottbus zudem wegen versuchten Kreditbetrugs in zwei Fällen.

Der „Kampfgemeinschaft Cottbus“ gehören nach veröffentlichten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Rechtsextremisten sowie Hooligans aus dem Umfeld der Fan-Szene des FC Energie Cottbus und Anhänger der Cottbusser Kampfsport-Szene an.