Das finnische Parlament debattiert am Dienstag angesichts Russlands Invasion in die Ukraine über eine mögliche Nato-Mitgliedschaft. Zuvor war eine Petition eingereicht worden, die ein Referendum über einen Beitritt des Landes zu dem Militärbündnis fordert. Finnland, das sich eine 1340 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, ist zwar ein Nato-Partnerstaat, gehört dem Verteidigungsbündnis aber nicht an. Auch kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Regierung eine Mitgliedschaft ausgeschlossen.

Ministerpräsidentin Sanna Marin erklärte am Montagabend auf Twitter, auf der geplanten Parlamentssitzung solle es eigentlich generell um die Lage in der Ukraine gehen. Da die Petition jedoch die für eine Parlamentsdebatte notwendige Anzahl von 50.000 Unterschriften erreicht habe, sei es „sinnvoll, die Haltungen der Parteien“ zu einer Nato-Mitgliedschaft zu erörtern.

Eine am Montag veröffentlichte Umfrage zeigte ein historisches Umdenken hinsichtlich eines Beitritts. 53 Prozent der Finnen sind laut der Umfrage für den öffentlich-rechtlichen Sender Yle für einen Anschluss Finnlands an das Militärbündnis, 28 Prozent dagegen. Charly Salonius-Pasternak vom Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten bezeichnete das Ergebnis als „völlig historisch und außergewöhnlich“.