Potsdam - Den Fischen geht es in Brandenburg trotz Hitze und Verdunstung laut Landesfischereiverband dort gut, wo es zusammenhängende Gewässer gibt. Der Pegelstand in der Havel bei Potsdam liege knapp unter Mittelwasser. „Am Pegel Ketzin sind es aktuell 91 Zentimeter und damit ist es halbwegs erträglich“, sagte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes. Wo die Wasserstände ausreichten, sei die Situation nicht problematisch.

Es gebe aber auch abgetrennte Gewässer wie Seen, die keinen Zufluss haben und am Grundwasser hängen. Da sehe es deutlich schlechter aus, sagte Dettmann. Da fehle zum Teil ein Meter Wasser.

Am Elsensee bei Grünheide ist das Wasser nach Angaben von Dettmann um etwa 1,5 Meter gesunken. Die Ufervegetation mit Schilfgürtel sei dort mittlerweile völlig entkoppelt vom Wasser. Stege würden trocken stehen, sagte er. Grund ist aus seiner Sicht, dass mit dem Wasser trockene Flächen an Land versorgt wurden.

„Im Uferbereich wächst der Ertrag des Fischers“, sagte er. Auch die Artenvielfalt sei dort besonders hoch.

Dass Fische in Brandenburg aufgrund hoher Temperaturen und sinkender Wasserstände massenhaft sterben, müsse aber nicht befürchtet werden, sagte Dettmann. Die Laichzeit sei von allen Arten wie Barsch, Plötze, Schlei oder Blei gut überstanden worden. Die meisten Fischarten hätten inzwischen abgelaicht. „Wer vorsichtig im Uferbereich ins Wasser geht, kann dort tausende kleine Jungfische schwimmen sehen“, sagte er. Sie seien von 1,5 bis zu 4 Zentimeter lang.

Für ausreichend Sauerstoff im Wasser sorgen nach den Angaben tagsüber Algen und Wasserpflanzen. Mit der Sonne wird die Photosynthese der Pflanzen angekurbelt.

Laut Verband verfügt Brandenburg mit zahlreichen Seen und Flüssen über insgesamt 998 Quadratkilometer Wasserfläche. 125 Fischereibetriebe und 32 -zuchtbetriebe arbeiten im Land. Etwa 1000 Tonnen Fisch werden im Jahr gefangen.