BerlinDer Prozess gegen den Berliner Rapper Fler am Amtsgericht Tiergarten ist geplatzt und muss neu aufgerollt werden. Am Donnerstag hat der Anwalt des Musikers die Verlängerung der Verhandlungsunfähigkeit seines Mandanten dem Gericht übermittelt. Damit sei die Hauptverhandlung geplatzt, berichtet die „Bild“-Zeitung.

Demnach hatte Patrick Losensky (38) alias Fler zunächst am zweiten Verhandlungstag ein Attest über seine Erkrankung vorgelegt. Weil der Prozess deswegen unterbrochen wurde und nun nach der Verlängerung der Krankmeldung nicht innerhalb der dreiwöchigen Unterbrechungsfrist fortgesetzt werden kann, muss das Verfahren ausgesetzt und zu einem späteren Termin neu aufgerollt werden.

Dem Rapper werden unter anderem Beleidigung, Sachbeschädigung, versuchte Nötigung und Fahren ohne Führerschein vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht zudem davon aus, dass der Angeklagte in der Vergangenheit wiederholt verschiedene Menschen verbal attackiert und beleidigt hat. Im Internet habe er einen anderen Künstler als „Bastard“ und „ekeligen Hund“ bezeichnet.

Der Musiker soll laut Anklage zudem mehrfach Polizisten minutenlang beschimpft haben. Einem Journalisten soll er gedroht haben, ihm die Zähne auszuschlagen. Am ersten Prozesstag, am 4. November, hatte Fler zu den Vorwürfen geschwiegen. Einer der Verteidiger hatte erklärt, die angeblichen Beleidigungen seien im Lichte der Meinungsfreiheit zu sehen und im Kontext zu betrachten. Beleidigungen seien im Rapper-Milieu üblich und auch Ausdruck der künstlerischen Freiheit.