Flixbus und Flixtrain werden bald wieder mehr Ziele anfahren - und davon wird auch Berlin profitieren. Das Unternehmen Flixmobility teilte bei der Vorstellung seines Sommerfahrplans mit, dass neue Städte ins Liniennetz eingebunden werden. Auch Bahnhöfe, die während der Corona-Pandemie nicht angesteuert wurden, stehen bald wieder auf dem Plan. Bis zum Sommer soll die Zahl der angefahren Haltestellen auf 70 steigen. Demnach fahren die grünen Züge dann erstmals auch nach Dresden – Anreise ab Berlin möglich.

Die Flixbus-Fernbusse sollen unterdessen ab sofort wieder 270 Haltepunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz ansteuern. „Wir sind überzeugt, dass die Reiselust der Menschen in den kommenden Monaten sehr stark zunehmen wird, und werden ein umfangreiches Angebot für sie parat haben – egal, ob sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen“, sagt André Schwämmlein, Mitgründer und CEO von Flixmobility. Tickets für die neuen Verbindungen können ab sofort gebucht werden.

In sechs Stunden von Berlin nach Stuttgart

Auch von und nach Berlin stockt der größte private Fernzugbetreiber Deutschlands im April sein Angebot auf. Auf der Route FLX10 nach Frankfurt am Main und Stuttgart verkehrt der Zug, der Berlin am Nachmittag verlässt, nun an allen Tagen in der Woche. Bisher machte er sich nur an drei Mal wöchentlich auf die knapp sechsstündige Reise in den Südwesten. Der Zug am Morgen fährt montags sowie freitags, sonnabends und sonntags, das ist ebenfalls eine Verbesserung. Im Vergleich zu den ICE-Zügen der Deutschen Bahn sind die Fahrzeiten konkurrenzfähig, mit der Staatsbahn braucht man fünfeinhalb Stunden von Berlin in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

Auf der Flixtrain-Linie FLX30 nach Hannover und ins Rheinland wird das Zugangebot in diesem Monat ebenfalls verdichtet. Auch dort bekommen die täglich bis zu zwei Züge pro Richtung zusätzliche Verkehrstage, geht aus dem Sommerfahrplan hervor. Die Nachmittagsfahrt nach Köln verkehrt künftig täglich. Auf dem östlichen Linienast nach Leipzig ist an drei Wochentagen jeweils am Mittag eine Fahrt vorgesehen. Neu ist, dass Flixtrain nun auch Dresden ansteuert – allerdings zu einer Tageszeit, in der meist nur wenige Reisende unterwegs sind. Donnerstags, freitags und sonntags geht es um 21.36 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof dorthin.

Vorerst kein Starttermin für den European Sleeper nach Brüssel

Deutliche Verbesserungen gibt es auch auf der Linie FLX35, wo es zum Beispiel am Sonntag wieder drei Fahrten pro Richtung zwischen Berlin und Hamburg gibt. Leipzig wird auf dieser Route an vier Wochentagen bedient. Weiterhin bietet Flixtrain dienstags und mittwochs auf dieser Linie keine Fahrten an.

Wie berichtet wollte in diesem Sommer ein weiterer privater Anbieter eine neue Nachtzugverbindung zwischen Prag, Berlin, den Niederlanden und Belgien ins Leben rufen. Ziele sind unter anderem Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel. Doch aktuell nennt das Unternehmen European Sleeper, das mit Regio Jet aus Tschechien zusammenarbeitet, keinen Termin für die Aufnahme des Zugbetriebs mehr. „In vielen Aspekten sind wir startbereit, aber einige Dinge müssen noch sortiert werden“, sagte Chris Engelsman von European Sleeper auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Neue Verbindung von Berlin auf die Insel Bornholm

Eine weitere Verbindung, die für Touristen interessant ist, wird es in Richtung Dänemark geben. Start ist nach Informationen der Berliner Zeitung der 21. Mai 2022. Von diesem Tag an wird der Fährhafen Sassnitz/Mukran wieder von regulären Reisezügen angefahren. Jeweils am Sonnabend verkehren zwischen Bergen auf Rügen und dem Hafenbahnhof zwei Regionalbahnen pro Richtung - jeweils im Anschluss vom und zum Schiff nach Bornholm. Dadurch entstehen gute Umsteigeverbindungen, auch zwischen Berlin und der Ostseeinsel. Wer zum Beispiel um 9.46 Uhr mit dem ICE am Berliner Hauptbahnhof abreist, kommt laut Plan  um 18.15 Uhr mit der „Poul Anker“ in Rønne an.