Florida kämpft mit Schäden durch Hurrikan „Ian“

Erst Kuba und Florida, nun South Carolina und bald andere Staaten an der Ostküste der USA: Hurrikan „Ian“ hinterlässt viel Zerstörung - und ist noch nicht am...

Ein Olivenbaum ist in St. Petersburg, Florida, ist auf ein Haus gekippt.  UMA Press/dpa
Ein Olivenbaum ist in St. Petersburg, Florida, ist auf ein Haus gekippt. UMA Press/dpaDirk Shadd/Tampa Bay Times via Z

Washington-Nach schweren Verwüstungen durch Hurrikan „Ian“ in Florida hat der Bundesstaat mit den gewaltigen Sturmschäden zu kämpfen. Fast zwei Millionen Haushalte waren weiter ohne Strom, wie Floridas Gouverneur Ron DeSantis am Freitag sagte. Mehrere Bezirke waren zum Großteil vom Stromnetz abgeschnitten, einer nahezu komplett. Tausende Menschen suchten in Notunterkünften Schutz.

Der Hurrikan «Ian» hat im US-Bundesstaat Florida enorme Schäden angerichtet.
Der Hurrikan «Ian» hat im US-Bundesstaat Florida enorme Schäden angerichtet.Wilfredo Lee/AP/dpa
Während der ersten Auswirkungen des Hurrikans «Ian» in Zentralflorida waren Menschen noch auf den Straßen zu sehen.  dpa
Während der ersten Auswirkungen des Hurrikans «Ian» in Zentralflorida waren Menschen noch auf den Straßen zu sehen. dpaJoe Burbank/Orlando Sentinel/AP/
Robert Leisure begutachtet sein Geschäft - es ist nicht mehr viel übrig.
Robert Leisure begutachtet sein Geschäft - es ist nicht mehr viel übrig.Rebecca Blackwell/AP/dpa
dpatopbilder - Eine Frau inspiziert eine umgestürzte Palme vor ihrem Haus in Cape Coral.  mes/AP/dpa
dpatopbilder - Eine Frau inspiziert eine umgestürzte Palme vor ihrem Haus in Cape Coral. mes/AP/dpaDouglas R. Clifford/Tampa Bay Ti
dpatopbilder - Ein abgetriebenes Boot liegt neben der Fahrbahn in der südöstlichen Ecke von Cape Coral, während die Winde des Hurrikans «Ian» weiterhin auf die überfluteten Straßen peitschen.  mes/AP/dpa
dpatopbilder - Ein abgetriebenes Boot liegt neben der Fahrbahn in der südöstlichen Ecke von Cape Coral, während die Winde des Hurrikans «Ian» weiterhin auf die überfluteten Straßen peitschen. mes/AP/dpaDouglas R. Clifford/Tampa Bay Ti
Ein Mann steht inmitten des Sturms auf einer Straße in Tampa.  inel/AP/dpa
Ein Mann steht inmitten des Sturms auf einer Straße in Tampa. inel/AP/dpaWillie J. Allen Jr./Orlando Sent
Ein Truck zieht einen Mann auf einem Kajak über eine Straße in Key West, die nach den Überschwemmungen durch Hurrikan «Ian» am Mittwochnachmittag unter Wasser steht.
Ein Truck zieht einen Mann auf einem Kajak über eine Straße in Key West, die nach den Überschwemmungen durch Hurrikan «Ian» am Mittwochnachmittag unter Wasser steht.Mary Martin/AP/dpa
dpatopbilder - Segelbote in Venice - Hurrikan «Ian» ist auf die Westküste von Florida getroffen.   ZUMA Press/dpa
dpatopbilder - Segelbote in Venice - Hurrikan «Ian» ist auf die Westküste von Florida getroffen. ZUMA Press/dpaPedro Portal/El Nuevo Herald via

Die Behörden in Florida rechnen derzeit damit, dass mindestens 21 Menschen durch den Sturm ums Leben gekommen sind. Klarheit gebe es über diese Zahlen aber noch nicht, betonte Kevin Guthrie, Direktor der Behörde für Notfallmanagement in Florida.

Der Sturm erreichte derweil als nächste Küstenregion den Bundesstaat South Carolina naher der Stadt Georgetown mit Wingeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde. Dort verlor der Wirbelsturm zunächst an Kraft. Doch Wetterexperten und Behörden warnten weiter eindringlich vor Gefahren durch Sturmfluten und starken Wind.

In Florida standen vielerorts Straßen unter Wasser, waren Häuser wie wegrasiert, Brücken zerstört oder Boote wie in Fort Myers an Land gespült. Auf Hubschrauber-Aufnahmen waren brennende Häuser zwischen überfluteten Straßen zu sehen oder Grundstücke, von denen die Gebäude komplett weggeschwemmt wurden. Auf Key Largo, einer der Inseln der Inselkette Florida Keys ganz im Süden des Bundesstaates, stehe das Wasser in den Straßen so tief, dass Krokodile darin schwämmen, schrieb die Zeitung „Miami Herald“. An der Insel Sanibel Island wurde die Brücke zerstört, die sie mit dem Festland verbindet. DeSantis sagte, die Bilder der Verwüstungen seien zum Teil bedrückend.

Warnung vor Schadstoffen

Behörden warnten Bewohner überfluteter Gebiete vor Gefahren im Wasser wie Schadstoffe aus der Kanalisation, Chemikalien - oder auch Alligatoren. Auch unterbrochene Strom- und Gas-Leitungen könnten Menschenleben kosten.

US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag düstere Befürchtungen geäußert und gesagt: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“ Die Behörden des Bundesstaates machten nur vorsichtige Angaben zur Zahl der mutmaßlichen Todesopfer. Behördenchef Guthrie sagte am Freitag, 21 Todesfälle seien gemeldet worden, zum Großteil aber nicht abschließend bestätigt worden. Andere Fälle müssten noch untersucht werden. Bei Naturkatastrophen dieser Art sei generell nicht einfach festzustellen, ob ein Todesfall unmittelbar mit dem Sturm zusammenhänge oder andere Gründe habe.

Als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4 war „Ian“ am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen. Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterließ er Zerstörung und Überschwemmungen.

Notstand in South Carolina ausgerufen

Auf dem Weg durch Florida hatte sich „Ian“ zunächst zu einem Tropensturm abgeschwächt, war über dem Meer dann aber wieder zu einem Hurrikan der Stärke eins angewachsen. Noch am Freitag sollte „Ian“ in South Carolina auf die Küste treffen. Dort wurde vorab der Notstand ausgerufen, um Unterstützung durch Bundesbehörden bei Hilfs- und Rettungsarbeiten zu ermöglichen. Das Nationale Hurrikanzentrum warnte vor lebensbedrohlichen Sturmfluten entlang der Küste von South Carolina sowie vor Regen und Überschwemmungen auch im nördlichen Nachbarstaat North Carolina sowie im Süden von Virginia.

Am Dienstag war „Ian“ als Hurrikan der Kategorie drei von fünf bereits in Kuba auf Land getroffen und hatte dort schwere Schäden angerichtet. Laut Regierung starben mindestens drei Menschen. Auch am Freitag waren große Teile des Karibikstaats weiter ohne Strom.