Berlin - Mit Blick auf die Lage an der belarussisch-polnischen Grenze will der geschäftsführende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den kommenden Tagen nach Warschau reisen. Das berichtete die Bild-Zeitung am Freitag. Ein konkreter Termin werde derzeit mit der polnischen Seite abgestimmt, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

In einem 45-minütigen Telefonat mit seinem polnischen Amtskollegen Mariusz Kaminski habe Seehofer diesem für die immensen Anstrengungen beim Grenzschutz gedankt, schrieb Bild. Er bekräftigte demnach, dass Deutschland bereit stehe, um Polen beim Schutz der EU-Außengrenze zu unterstützen und für mögliche humanitäre Hilfe vor Ort. „Wir dürfen uns in der EU durch perfide politische Machtspiele nicht spalten lassen“, sagte Seehofer der Zeitung. „Der Schutz der Außengrenze liegt in unser aller Interesse und Polen handelt im Sinne Europas. Wir stehen an der Seite Polens.“

Türkei lässt Bürger mehrerer arabischer Länder nicht mehr nach Belarus fliegen

Die Türkei lässt inzwischen Bürger mehrerer arabischer Länder nicht mehr von ihrem Staatsgebiet aus nach Belarus fliegen. Menschen mit syrischen, irakischen und jemenitischen Pässen dürften bis auf Weiteres keine Tickets mehr kaufen und nicht mehr an Bord gehen, teilte die zivile Luftfahrtbehörde der Türkei am Freitag mit. Seehofer begrüßte das: „Wir bewahren damit Menschen davor, in diese menschenverachtenden Umstände an der belarussisch-polnischen Grenze zu geraten.“

Die irakische Zentralregierung will nach eigenen Angaben Migranten aus Belarus zurück in die Heimat bringen. An der Grenze zwischen Belarus und Polen sitzen nach Angaben aus dem Irak fast 8000 Migranten aus den dortigen Kurdengebieten fest. „Wenn diese Bereitschaft der irakischen Regierung besteht, könnte das ein ganz entscheidender Schritt zur Auflösung der Situation in Belarus sein“, sagte Seehofer der Bild-Zeitung.