Berlin - Videospiele, Homeschooling und Fernsehen: Im Lockdown vertreiben sich viele Kinder und Jugendliche die Zeit vor dem Bildschirm. Aufgrund dessen befürchtet der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) einen Anstieg der Kurzsichtigkeit bei Kindern während der Corona-Pandemie. „Kinder und Jugendliche entwickeln in der Pandemie nicht nur psychische Probleme, nach der Pandemie werden wir auch sehen, dass viele von ihnen eine Sehschwäche entwickelt haben“, teilte der Präsident des BVKJ, Thomas Fischbach, am Mittwoch in Köln mit. Diese sei nicht heilbar und bleibe ein Leben lang.

Grund dafür sei, dass Kinder und Jugendliche während des Corona-Lockdowns deutlich mehr Zeit mit Videospielen verbracht hätten. Das zeigten Befragungen bei Vorsorgeuntersuchungen, aber auch eine Studie der DAK in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Demnach habe die durchschnittliche Spieldauer im September 2019 werktags 79 Minuten betragen. Schon im April 2020 stieg die Spieldauer laut der Studie auf 139 Minuten an.

Bildschirm statt Horizont, LCD statt Sonnenlicht

„Die Ursachen für die Zunahme von Kurzsichtigkeit bei Kindern sind schon lange bekannt. Kurz gesagt: Bildschirm statt Horizont, LCD statt Sonnenlicht“, sagte Michael Achenbach, Pressesprecher des BVKJ für Westfalen-Lippe. Eigentlich sei das menschliche Auge sehr anpassungsfähig. Schauen Kinder und Jugendliche jedoch während des Augenwachstums zu wenig in die Ferne, dann passt sich das Auge laut Achenbach daran an, mehr in der Nähe zu erkennen. Kurzsichtigkeit sei die Folge.