London - Ein Forscherteam hat herausgefunden, welche Krankheitssymptome mit Spätfolgen einer Coronavirus-Infektion einhergehen. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Symptome und den Krankheitsverlauf von 4182 Corona-Erkrankten aus Großbritannien, den USA und Schweden. Die Ergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Die Resultate der unter anderem aus Großbritannien stammenden Wissenschaftler deuten darauf hin, dass Frauen häufiger von Langzeitfolgen betroffen sind als Männer. Die Gefahr von Long Covid steigt zudem mit erhöhtem Body-Mass-Index. Symptome, die bei den meisten Erkrankten mit Langzeitfolgen auftraten, waren Erschöpfung, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Heiserkeit und Muskelschwäche. Bei über 70-jährigen Corona-Patienten kamen Riechstörungen hinzu.

Relativ viele Probanden berichteten von lange andauernden Covid-Symptomen. Die Forscher fanden heraus, dass etwa 13 Prozent der Studienteilnehmer auch einen Monat nach Erkrankungsbeginn noch mit Symptomen zu kämpfen hatten. Weitere 4,5 Prozent hatten Symptome für acht Wochen oder länger. Und 2,3 Prozent litten sogar nach einem Vierteljahr noch unter den Spätfolgen der Corona-Erkrankung.

Deutscher Lungenfacharzt sieht die Studie kritisch

Ein Experte blickt in der Bild-Zeitung kritisch auf die vorgestellten Forschungsergebnisse. Die Symptome seien laut Tobias Welte, Pneumologe und Leiter der Covid-Ambulanz für Genesene an der Medizinischen Hochschule Hannover, zu unspezifisch. Kopfschmerzen und Erschöpfung könnten etwa durch sehr verschiedene Lebensumstände ausgelöst werden.

Dass Frauen hingegen überproportional häufig betroffen sind, scheine seiner Auffassung nach zu stimmen. Das sei bereits in mehreren Studien nachgewiesen worden. Der Grund dafür könnten hormonelle Unterschiede sein, die Frauen zwar vor schweren Krankheitsverläufen schützen, aber Spätfolgen begünstigen würden.