Deutsche und chinesische Forscher haben eine Drohne entwickelt, die sich an Objekten festsaugen können soll. Die Wissenschaftler kündigten ihre Entwicklung kürzlich im Fachmagazin Science Robotics an. Es handelt sich demnach um einen Roboter, der sowohl fliegen, schwimmen als auch „trampen“ kann. Das Gerät könne „zum Beispiel ins Wasser tauchen, sich an einen Wal oder ein Unterwassergefährt ankleben und so mitreisen, ohne Energie zu verwenden für diese Art von Mobilität“.

Mitentwickler Mirko Kovac sagte gegenüber dem Deutschlandfunk, solch eine Drohne könne sich auch an einer Pipeline festkleben und diese überwachen. Auch bestünde die Möglichkeit, unter einem Eisberg Daten über den Klimawandel sammeln. Die Maschine verfügt der Ankündigung zufolge über zwei entscheidende Fähigkeiten: Zum einen soll sie in Sekundenbruchteilen zwischen Wasser und Luft wechseln, zum anderen soll sich die Drohne an verschiedenen Oberflächen festsaugen können.

Inspirieren lassen haben sich die Forscher von Remora-Fischen. Diese sind dank Lamellen am Rücken in der Lage, einen Unterdruck zu erzeugen. So haften sie an Schildkröten, Delfinen oder Schiffen und reisen „per Anhalter“ mit. Kritisiert wird jedoch die Möglichkeit eines sogenannten Dual-Uses der Drohne. Das bedeutet, dass sie möglicherweise auch militärisch genutzt werden könnte.

Kovac entgegnet solchen Mutmaßungen: „Wenn man ein Projekt aufbaut und kommuniziert, dass es zum Beispiel die Umweltwissenschaften unterstützen kann, dann ist das ein sehr spezifischer Roboter und sehr spezifische Kombination von Technologien, die das ermöglicht.“ Und weiter: „Wenn man hingegen einen ähnlichen Roboter machen möchte, der eine militärische Aufgabe erfüllt – oft sehen dann die Roboter ganz anders aus: Zum Beispiel die Skalierung ist anders, die Robustheit und auch die Integration mit anderen Technologien, ganz andere Sensorik, Aktuator-System, andere Anforderungen auch für die Robustheit oder Integration oder Unabhängigkeit von ziviler Infrastruktur zum Beispiel. Das muss man auch in Gedanken behalten, würde ich sagen.“