Eine Klimaschutz-Aktivistin am Brandenburger Tor in Berlin.
Foto: imago images/Ben Kriemann

WuppertalEine von der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future in Auftrag gegebene Studie zeigt mögliche Eckpunkte auf, die die Politik für eine Erreichung des sogenannten 1,5-Grad-Ziels beschließen müsste. Die GLS-Bank hat das Vorhaben des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie finanziell gefördert.

Das Klimaschutz der Bundesregierung sieht vor, dass Deutschland erst 2050 klimaneutral werden soll, was dem Bericht zufolge „nicht vereinbar mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius“ ist. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis: „Ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 ist zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar, sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.“

Dafür sei es etwa notwendig, die Windenergie stark auszubauen, mehr auf Wasserstoff zu setzen und den CO2-Preis kurzfristig stark ansteigen zu lassen. Außerdem seien Maßnahmen wichtig, die verhindern, „dass CO2-intensive Produktionsverfahren in Länder mit weniger strengen Klimaschutzvorgaben verlagert werden“.

Im Verkehrsbereich empfehlen die Forscher unter anderem eine „Abschaffung klimaschädlicher Subventionen wie Steuerbefreiung von Flugbenzin, Dieselprivileg, Dienstwagenprivileg, Subventionen für Regionalflughäfen, bevorzugter Investitionen in Straßenbau“ und fordern stattdessen einen beschleunigten Ausbau „von öffentlichem Verkehr, Rad- und Fußinfrastruktur“.

Auch Unternehmen müssten bereit sein und die Möglichkeit haben, den Transformationsprozess mitzugestalten, „ohne die globale Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen“, heißt es in dem Bericht weiter. Um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, sei vor allem aber die breite Zustimmung der Gesellschaft notwendig. „Dafür muss der Transformationpfad gerecht ausgestaltet und soziale Aspekte berücksichtigt werden“, erklärte Manfred Fischedick, der wissenschaftliche Geschäftsführer des Instituts.