Frankfurt am MainMitschüler und Lehrer eines positiv auf Corona getesteten Schülers müssen in Teilen Hessens nicht mehr in Quarantäne. Das meldet der Hessische Rundfunk (HR). „Aktuell wäre es nur in Ausnahmefällen notwendig, den Präsenzbetrieb in ganzen Klassen auszusetzen“, teilte das Frankfurter Gesundheitsamt dem Sender mit. Bislang wurde es anders gehandhabt: Mitschüler und Lehrer von Corona-infizierten Schülern mussten ebenfalls in Quarantäne.

Zuvor hatten mehrere Eltern von diversen Frankfurter Grundschul- und Gymnasialklassen berichtet, in denen lediglich das positiv getestete Kind nach Hause geschickt worden sei. Für Mitschüler und Lehrer sei hingegen weiter Präsenzunterricht angeordnet worden, so der HR. Corona-Tests seien zudem nur teilweise angeboten worden.

Das Frankfurter Gesundheitsamt sagte demnach dazu: „Mit einer konsequenten Maskenpflicht und dem regelmäßigen Lüften der Klassenräume hält die Stadt Frankfurt diese Vorgehensweise, auch bei hohen Fallzahlen, für vertretbar.“ Kritiker und auch Virologen hingegen halten es für möglich, dass Schulen die Zahlen der Infektionen nach oben treiben können. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt in diesem Zusammenhang zudem, bei einer Infektion innerhalb einer Lerngruppe alle Schüler und Lehrer in Quarantäne zu nehmen.

Der Leiter des Amtes, René Gottschalk, sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der „Frankfurter Rundschau“: „Bei allem Respekt vor Virologen. Das zu beurteilen, ist nicht ihre Aufgabe.“ Gottschalk weiter: „Das müssen Fachärzte für den öffentlichen Gesundheitsdienst entscheiden, zum Beispiel anhand der Ansteckungszahlen in Schulen. Dafür fehlt Virologen die Expertise. Ich erzähle Virologen auch nicht, welches Testverfahren sie zum Nachweis von Viren verwenden sollen.“

Für Oberschulen und Berufsschulen gelte die These der reduzierten Ansteckungsgefahr indes nicht. Deshalb „haben wir ja für die weiterführenden Schulen die Maskenpflicht im Unterricht eingeführt“, sagte Gottschalk der „Frankfurter Rundschau“ weiter.