Wladimir Putin und Emmanuel Macron haben ein „ernsthaftes und offenes“ Telefonat geführt. Das melden französische und russische staatliche Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Es ist der erste bekannte Telefonkontakt zwischen dem russischen Präsidenten und einem westlichen Staatsoberhaupt seit Beginn der Invasion in der Ukraine am Donnerstagmorgen. Das Gespräch fand nach offiziellen französischen Angaben aus dem Elysée-Palast „auf Initiative der französischen Seite“ statt. Die russische Nachrichtenagentur Tass zitiert Macron dazu: „Ich hatte ein schnelles, direktes und offenes Gespräch über ein Ersuchen von Präsident Selenskyj.“

Macron habe von Putin laut einer nicht näher genannten Quelle im französischen Präsidialamt „die sofortige Einstellung“ der russischen Offensive gefordert und daran „erinnert, dass Russland massive Sanktionen drohen“. Während des Gesprächs mit Emmanuel Macron habe Putin zudem seine „Gründe und Umstände der Entscheidung, eine besondere Militäroperation durchzuführen“, dargelegt.

Florence Parly: Die Ukraine ist kein Nato-Mitglied

Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly hat der Ukraine unterdessen Hilfe über die europäische Hilfe hinaus zugesichert. Es gebe auch „eine Unterstützung auf militärischer Ebene, bei der es sich um defensive Ausrüstung handelt“, sagte Parly am Freitag. Die französische Verteidigungsministerin betonte in einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL am Freitag aber zugleich, dass die Ukraine „kein Nato-Mitglied“ sei und dass sich Frankreich nicht im Krieg mit Russland befinde. Parly: „Wir haben Russland nicht den Krieg erklärt.“ Die Nato sei zudem „ein defensives Militärbündnis, das seine Mitglieder schützen soll“.

Die aktuelle Situation sei „eine Situation, in der Russland der Ukraine den Krieg erklärt hat. Die Frage ist, ob wir gegen Russland in den Krieg ziehen wollen. Russland ist eine Atommacht. Die Nato ist ein nukleares Bündnis. Wollen wir das?“ Parly weiter: „Möchten Sie einen Atomkrieg auslösen? Die Atomwaffe ist eine Abschreckungswaffe, sie ist keine Waffe, die dazu bestimmt ist, eingesetzt zu werden.“ Sie erinnerte daran, dass „Frankreich alle diplomatischen Anstrengungen unternommen hat, um diesen Krieg zu verhindern“. Der Dialog mit Präsident Putin sei aber auch weiterhin „nicht völlig abgebrochen“. Parly: „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand zu erreichen, um dieser Gewalt, die inakzeptabel ist, ein Ende zu setzen.“