Abtreibungen sind in Frankreich künftig bis zur 14. Schwangerschaftswoche erlaubt. Die Pariser Nationalversammlung verabschiedete am Mittwoch eine Gesetzesreform, mit der die bisherige Frist um zwei Wochen verlängert wird.

Die Gesetzesinitiative war im Oktober 2020 von einer oppositionellen Abgeordneten eingebracht worden. Das Vorhaben wurde während des langwierigen Abstimmungsprozesses in beiden Parlamentskammern von der Regierungspartei LREM unterstützt, obwohl Präsident Emmanuel Macron sich gegen eine Verlängerung der Frist ausgesprochen hatte.

Bei der abschließenden Abstimmung im Unterhaus votierten am Mittwoch 135 Abgeordnete für die Novelle, 47 stimmten dagegen. Neun Parlamentarier enthielten sich. Gesundheitsminister Olivier Véran sprach von einem „verantwortungsvollen“ Gesetzesentwurf, der im Einklang stehe „mit dem Kampf für die Emanzipation der Frauen“.

Nach Angaben der sozialistischen Abgeordneten Marie-Noëlle Battistel lassen jährlich 2000 Frauen Abtreibungen im Ausland vornehmen, weil sie die gesetzliche Frist in Frankreich überschritten haben.