Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Bau von bis zu 14 neuen Atomreaktoren angekündigt. Bis 2050 sollten sechs EPR-Reaktoren der neuen Generation gebaut und der Bau von acht weiteren geprüft werden, sagte Macron am Donnerstag im ostfranzösischen Belfort. Dies bedeute die „Renaissance der Atomkraft“ in Frankreich.

Zugleich werde die Laufzeit aller bestehenden Kraftwerke verlängert, wenn die Sicherheit es erlaube. Es solle kein Kraftwerk mehr vom Netz gehen, wenn es keine zwingenden Sicherheitsgründe dafür gebe. Der Stromkonzern EDF sei angewiesen worden zu prüfen, ob die Laufzeit der Atomkraftwerke über 50 Jahre hinaus verlängert werden kann.

Frankreich will 50 Offshore-Windparks bis 2050 bauen

Parallel kündigte Macron einen Ausbau der erneuerbaren Energie an. 50 Windparks sollen vor der französischen Küste bis zum Jahr 2050 gebaut werden. Die Kapazität der Windkraftanlagen an Land solle überdies verdoppelt werden, sagte Macron. Um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdoppeln, solle zudem die durch Solarenergie erzeugte Leistung „um fast das Zehnfache“ gesteigert werden.

Die Offshore-Windkraftanlagen sollen Macron zufolge eine Leistung von 40 Gigawatt erbringen. Das Vorhaben ist ambitioniert, während der angekündigte Ausbau der Anlagen an Land langsamer als bislang angenommen verlaufen würde.

Frankreich hat den Ausbau der erneuerbaren Energien bisher nur zögerlich vorangetrieben. Im Jahr 2020 lag es als einziges EU-Land mit 19 Prozent erneuerbarer Energie hinter seinem selbst gesteckten Ziel von 23 Prozent zurück. Obwohl Frankreich kilometerlange Küsten am Ärmelkanal, am Atlantik und am Mittelmeer hat, gibt es bislang keinen funktionierenden Offshore-Windpark.