Der Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg, Prof. Frank Baasner, hat vor einem Sieg der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der französischen Präsidentschaftswahl gewarnt. „Ein Sieg von Le Pen wäre eine Vollbremsung für alle europäischen Bemühungen“, sagte Baasner der Passauer Neuen Presse. Eine Wiederwahl des Amtsinhabers Emmanuel Macron „wäre in jeder Hinsicht in deutschem Interesse.“ Deutschland und Frankreich hätten in verschiedenen Bereichen „ein dichtes Geflecht von bilateralen Beziehungen“. Ob dieses erhalten bleibe, hänge entscheidend vom Wahlausgang ab.

Die französische Präsidentschaftswahl geht an diesem Sonntag in die erste Runde. In einer Stichwahl am 24. April wird dann das künftige Staatsoberhaupt bestimmt. Macron kandidiert für eine zweite Amtszeit, nach den Umfragen ist Le Pen seine Hauptherausforderin, auf Platz drei folgt mit Abstand der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon.

Der Direktor des Deutsch-Französischen Instituts glaubt an einen Wahlsieg Macrons. „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er wiedergewählt wird, aber garantiert ist das nicht. Für Deutschland würde seine Wiederwahl Kontinuität und Fortsetzung der engen Beziehungen bedeuten.“ In Frankreich gebe es „eine ganz klare Tendenz zur Stärkung des konservativen-rechten-rechtsextremen Lagers“, sagte Baasner. Das belegten „alle Umfragen und Ergebnisse der letzten Jahre“. Wegen der Schwäche der Konservativen habe Le Pen die Chance, die Stimmen im gesamten rechten Lager einzusammeln.