Berlin: Giffey und Klitschko eröffnen Ausstellung mit Fotos aus Ukraine-Krieg

„Bilder sprechen lauter als Wörter“, sagte Wladimir Klitschko. Seit Dienstag können sich Gäste im Roten Rathaus brisante Alltagsbilder aus der Ukraine anschauen.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Wladimir Klitschko bei einer Ausstellungseröffnung im Roten Rathaus.
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Wladimir Klitschko bei einer Ausstellungseröffnung im Roten Rathaus.AFP/John MacDougall

Fotos mit Szenen aus dem Kriegsalltag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind seit Dienstag im Roten Rathaus zu sehen. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat die Ausstellung zusammen mit dem früheren Boxweltmeister Wladimir Klitschko eröffnet. Dessen Bruder Vitali ist Bürgermeister von Kiew. Die Fotos zeigen Alltagsszenen aus den ersten Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar.

„Bilder sprechen lauter als Wörter“, sagte Klitschko. „Ich habe gesehen, wie Frieden zerbrechlich ist, wie das Leben zerbrechlich ist.“ Daran erinnerten die Fotos. Sie zeigen zum Beispiel den Abtransport zerstörter Autos nach einem russischen Raketenangriff, einen Radfahrer vor einem zerbombten Haus, aber auch Jugendliche, die vor einer zerstörten Turnhalle Basketball spielen, sechs Jungs, die vor einem zerbombten Hochhaus auf einem Fußballplatz kicken oder einen Hornisten des Symphonieorchesters in Kiew, der jetzt Soldat ist und sein Instrument vor Bombentrümmern spielt.

„Es sind Bilder, die jeden berühren müssen“, sagte Giffey, die zusammen mit Klitschko durch die Ausstellung gegangen war und sich von ihm Details zu den Motiven erklären ließ.

Klitschko: „Wir wissen nicht, wann der Frieden kommt“

Klitschko, der als Vertreter seines Bruders nach Berlin gekommen war, bedankte sich anschließend für die Fotoausstellung und für die Unterstützung aus Deutschland. „Ich möchte bitten, damit nicht aufzuhören“, sagte er. Das sei enorm wichtig. „Wir wollen unser Land befreien von den russischen Invasoren“, sagte er. „Wir wissen nicht, wann der Frieden kommt.“

Die Ausstellung mit dem Titel „Kyiv is the Unbreakable Heart of Europe“ (Kiew ist das unzerbrechliche Herz Europas) geht auf eine Anregung des stellvertretenden Bürgermeisters von Kiew, Mikola Povoroznyk, bei einem Gespräch mit der Regierenden Bürgermeisterin Ende September zurück.

Sie ist nach Angaben der Senatskanzlei ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern der ukrainischen Hauptstadt. Die Aufnahmen ukrainischer Fotografinnen und Fotografen sind noch bis zum 3. Januar 2023 im Roten Rathaus montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.