Paris - Ein Gericht hat die Beschwerde einer Frau in Frankreich gegen ein Urteil abgelehnt, in dem ihr die „alleinige Schuld“ in einem Scheidungsverfahren zugesprochen worden war. Dies geht aus einem Bericht von RTL hervor. Demnach beschuldigt der Mann die Frau, dass sie ihren „ehelichen Pflichten“ nicht nachgekommen sei und ihm den Geschlechtsverkehr verwehrt habe. 

Wie die Frau dem Bericht zufolge zugab, hatte das Paar seit 2004 keinen Sex mehr miteinander. Zur Begründung führte die Frau an, dass der Mann Gewalt gegen sie ausgeübt habe und sie aufgrund eines Arbeitsunfalls gesundheitlich angeschlagen sei.

 In Frankreich gibt es zwar kein Gesetz, dass die Ausübung der „ehelichen Pflichten“ eines Partners vorsehe, dennoch gab der Richter dem Mann 2019 recht, heißt es.

Auch die Rechtfertigung der Frau erkannte die Behörde nicht an und berief sich mutmaßlich auf einen Präzedenzfall von 1996. Die Frau legte Beschwerde ein. Diese wurde nun offenbar zurückgewiesen. Wie bekannt wurde, will sie nun vor den Europäischen Menschengerichtshof ziehen. Die Frau wird von Frauenrechtsorganisationen unterstützt.