Rennes - Um einem „Typen die Fresse zu polieren“, hat ein Franzose entgegen den Corona-Vorschriften sein Haus verlassen. Diese Begründung jedenfalls schrieb der 39-Jährige aus Lannion im Westen des Landes fein säuberlich in seinen Passierschein. Einen solchen muss zur Zeit in Frankreich jeder ausfüllen, um während der Pandemie die eigene Wohnung verlassen zu dürfen. Die Polizei, die den Mann um 1 Uhr nachts kontrollierte, war nicht amüsiert: Sie verhängte eine Strafe von 135 Euro.

Der alkoholisierte Mann hatte zwar seinen Schein ordnungsgemäß ausgefüllt. „Aber man hat ihm gesagt, dass sein Grund nicht stichhaltig ist“, sagte Polizeisprecher Daniel Kerdraon am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Der Mann, der auch ein Klappmesser bei sich trug, wurde in eine Ausnüchterungszelle gebracht. Er muss neben der Strafe für den Verstoß gegen die Corona-Regeln auch noch 150 Euro wegen öffentlicher Trunkenheit zahlen.

In Frankreich gilt seit gut drei Wochen ein landesweiter Lockdown, der vorerst bis zum 1. Dezember befristet ist. Die meisten Geschäfte sowie Restaurants, Bars und Sportstätten sind geschlossen, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur aus triftigen Gründen verlassen. Sport oder Spaziergänge sind nur bis zu eine Stunde im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt, dafür ist eine Bescheinigung nötig. Am Dienstagabend will sich Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache zu ersten möglichen Lockerungen äußern.