Berlin  - Eine 55-Jährige, die ihren Lebensgefährten mit Thallium vergiftet haben soll, muss sich ab Mittwoch (9.30 Uhr) am Berliner Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Die Frau soll ihrem Partner über zwei Jahre hinweg geringe Dosen des Schwermetalls verabreicht haben, so die Anklage. 

Der Mann sei daraufhin erkrankt und wiederholt stationär behandelt worden. Das Paar trennte sich. Ein Jahr danach habe die 55-Jährige den Mann in ein Lokal bestellt und ihm heimlich erneut Thallium in ein Getränk gemischt - dieses Mal in einer potenziell tödlichen Dosis. Das Opfer habe zwar überlebt, sei aber nun wegen der Vergiftung zu 80 Prozent schwerbehindert. Sieben Prozesstage sind vorgesehen.

Gift gegen Nagetiere

Schon wenige tausendstel Gramm des hochgiftigen Schwermetalls rufen beim Menschen schleichende Vergiftungen hervor. Thallium kann zu Haarausfall, Grauem Star, Nervenschwund, Sehstörungen und Psychosen führen. Thallium-Verbindungen reichern sich besonders in Haut und Haaren an und werden nur relativ langsam vom Körper ausgeschieden. Thallium dient zur Herstellung bestimmter Legierungen, optischer Gläser, Thermometer für sehr tiefe Temperaturen und steckt im Gift gegen Nagetiere.