Eine Prostituierte demonstriert in der Herbertstraße auf St. Pauli für die Öffnung der Bordelle.
Foto:dpa/Markus Scholz

KölnDie Frauen Union (FU) in Nordrhein-Westfalen hat sich gegen ein grundsätzliches Prostitutionsverbot in Deutschland ausgesprochen. Die FU stellt sich damit gegen eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, die fordern, dass die Bordelle auch nach der Corona-Krise dauerhaft geschlossen bleiben.

Mit einem Verbot würde „eine vollständige Verdrängung der Prostitution in das Dunkelfeld und somit in die Illegalität“ erfolgen, sagte Gisela Manderla, stellvertretende Landeschefin der FU, dem Kölner Stadt-Anzeiger. Prävention und Beratung sowie die Gewährleistung des Schutzes von Frauen, die in der Prostitution Gewalt erfahren, würde „somit de facto gekappt“, warnte die CDU-Bundestagsabgeordnete.

Ein entsprechender Appell an die Ministerpräsidenten wurde auch von Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union im Bund, unterschrieben. Sylvia Pantel, Vize-Landeschefin der Frauen Union in NRW, kann sich zudem eine Lockerung des coronabedingten Prostitutionsverbots schon jetzt vorstellen: „Da, wo es verantwortbar ist, sollten wir die Prostitution wieder erlauben“, sagte Pantel. In NRW sei das Infektionsrisiko aktuell aber noch zu groß.