Oranienburg - Immer wieder durchkämmten Brandenburger Polizisten ein Waldstück in Oranienburg. Im Unterholz suchten sie nach einem wichtigen Beweisstück: Die Handtasche der im Juli getöteten Bianca S. Weil jedoch nichts gefunden wurde, veröffentlichten die Ermittler Anfang September Fotos von der Tasche. Wieder nichts. Fast fünf Wochen später könnten Pilzsammler nun der Durchbruch gelungen sein. 

Etwa 400 Meter Luftlinie vom Tatort entfernt fanden sie am Sonntag die roséfarbene Handtasche der Marke Fila. Die Brandenburger Polizei bestätigte den Fund. Kriminaltechniker untersuchen den Gegenstand nun auf DNA, hieß es. Die Ermittler der Mordkommission hoffen, dass sich auf der Tasche Spuren des Täters befinden. So könnte der Mörder endgültig überführt werden. 

Es gibt noch ein weiteres Beweisstück, nachdem die Polizei händeringend sucht. Denn auch ein Kleidungsstück, das die 26-jährige Bianca S. am Tag ihres Todes trug und ein wichtiger Spurenträger sein könnte, ist bislang nicht aufgetaucht. Das helle Top mit der Aufschrift „Hakuna Matata“ wurde der Frau offenbar vor oder nach der Tat vom Körper gerissen. 

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des verhafteten Verdächtigen wurde das Shirt nicht gefunden. Die Ermittler der Mordkommission gehen davon aus, dass Bianca S. mit ihrem Fahrrad in das Waldgebiet fuhr, um dort ihren Ex-Freund zu treffen, hieß es aus Polizeikreisen. Der 29-jährige Oranienburger sitzt seit über zwei Monaten in Untersuchungshaft. Gegen ihn war ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. 

Erstochene Bianca S.: War es eine Beziehungstat? 

Die beiden hatten eine Art On-Off-Beziehung, berichteten Bekannte von Bianca S. der Bild-Zeitung. Offenbar hatte die Frau seine Liebe nicht erwidert, hieß es aus dem Umfeld des Opfers. Bestätigen wollten dies weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft.

Mittlerweile ist klar, dass Bianca S. erstochen wurde. Ihre Leiche wurde am 19. Juli in einem alten Nazi-Bunker im Ortsteil Friedrichsthal gefunden. Besucher der Anlage hatten abends die tote Frau in den alten Gemäuern mitten im Wald entdeckt und die Polizei alarmiert. Ihr Fahrrad, mit dem sie am Tag ihres Verschwindens unterwegs war, fanden die Ermittler in der Nähe des Fernmeldebunkers.