Berlin - Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Berlin (ASF) will keinen Mann mehr im Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin. Susanne Fischer, die Vorsitzende der ASF Berlin, beklagt in einem Schreiben, Berlin „habe noch nie eine Regierende Bürgermeisterin“ gewählt. Das soll sich nach ihrem Willen ändern. Fischer: „Wenn wir Geschichte schreiben und eine Regierende Bürgermeisterin wählen, könnte es wirklich ein Jahr der Frauen werden“.

Noch nie habe Berlin eine Regierungschefin gewählt. In dem auf der Internetseite der SPD veröffentlichten Schreiben heißt es weiter: „Warum ist das wichtig? Weil wir die Bedürfnisse von Frauen nicht nur im März in den Mittelpunkt stellen sollten.“ 2020 sei „ein brutales Jahr“ gewesen, vor allem Frauen hätten das gespürt. Die Liste der „Probleme und Rückschritte der Gleichstellung werden inzwischen als Rollback zusammengefasst“, schreibt Fischer.

„Geschichte schreiben und und eine Regierende Bürgermeisterin wählen“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie trotz Homeoffice und Homeschooling, gerechte Bezahlung von Frauen, die unser System am Laufen halten und mehr Gründerinnen in der Start-up Metropole trotz Pandemie sind laut Fischer zwar erreichbare Ziele. Aber: „Wir müssen dazu Frauen nur die Chance geben, gehört und mitgedacht zu werden.“

Dies könne man machen, so Fischer, „indem wir sie wählen. Indem wir Frauen die Macht geben, Entscheidungen für unsere Stadt und sich selbst zu treffen. Wenn wir dabei noch Geschichte schreiben und eine Regierende Bürgermeisterin wählen, könnte es wirklich ein Jahr der Frauen werden.“ Eine mögliche Wunschkandidatin nennt Susanne Fischer nicht. 

Die ASF ist die Frauenorganisation der SPD, der alle weiblichen Parteimitglieder angehören. Sie tritt für mehr Gleichstellung in der SPD und in der Gesellschaft ein. Der ASF Berlin gehören zur Zeit 6.752 Frauen an (Stand: 1.10.2020).