Cottbus - Die Freibäder in Brandenburg zeigen sich vor einem erwarteten Besucherandrang an diesem Wochenende gut vorbereitet, haben aber mit Personalmangel zu kämpfen. Das ergab eine dpa-Umfrage unter fünf Freibädern im Land. Ronald Kalkowski, Geschäftsführer der Lagune Cottbus berichtete, dass trotz der 34 festangestellten Beschäftigten und 20 Aushilfen Personal fehle, darunter Rettungsschwimmer und Fachangestellte für Bäderbetriebe, die in seinem Betrieb ausgebildet werden.

Wegen Corona seien Kräfte im vergangenen Jahr in krisensichere Branchen abgewandert. „Das war wie eine Rolle rückwärts, erst langsam erholen wir uns“, sagte Kalkowski.

Im Marienbad in Brandenburg an der Havel kommt Marketingleiter Guido Schütz mit Blick aufs heiße Wochenende der Besucherrekord von 2019 mit bis zu 2000 Badegästen am Tag in den Sinn. Nun hofft er auf ähnliche Besucherzahlen. „Wir als kommunales Bad können das nach Corona gut gebrauchen“, sagte Schütz. Allerdings gebe es in fast allen Bereichen Personalnot. Ein Hausmeister fehle, ein Schwimmlehrer auch, berichtete er. Auch der Fachkräftenachwuchs und Nachwuchs bei Rettungsschwimmern lasse auf sich warten. „Es fehlt an allen Ecken und Enden.“

Uwe Schwingeweitzen, Schwimmmeister im Freibad Großräschen, rechnet für die kommenden Tage mit vielen Badelustigen. Schwimmmeister und Rettungsschwimmer seien im Schichtbetrieb im Einsatz. Zusätzliche Kräfte gebe es nicht, sagte er.

Im Freizeit- und Erlebnisbad Bad Belzig mit etlichen Becken und einer großen Liegewiese werden die Badegäste im Zweischichtbetrieb betreut. Auch dort ist das Personal knapp, wie eine Mitarbeiterin berichtete. Auch sie rechnet mit viel Andrang am Wochenende.

Im Strandbad Werder wird es die kommenden zwei Tage wegen der Hitze sehr voll, schätzte ein Mitarbeiter ein. Bis zu 500 Badegäste kann das eher kleine Bad aufnehmen. „Besucherandrang sind wir gewohnt“, sagte der Mann. Die Rettungsschwimmer stünden bereit.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warb unterdessen für ehrenamtlichen Nachwuchs. Die ungezählte Zahl an Gewässern mache deutlich, dass es nie gelinge, alle Seen abzusichern, sagte Daniel Keip, Sprecher des DLRG Landesverbandes Brandenburg. Selbst von einer Grundsicherung in den großen Schwimm- und Freibädern oder großen öffentlichen Badestellen könne noch nicht die Rede sein.