Pionierumzug im Jahr 1969 zum Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik, begleitet von FDJlern im Blauhemd.
Foto: imago/Werner Schulze

BerlinUnter dem Motto „30 Jahre sind genug! Revolution und Sozialismus“ will die Freie Deutsche Jugend (FDJ) am 3. und 4. Juli 2020 in Jena sowie am 3. Oktober 2020 in Berlin aufmarschieren. In einer Kundgebung soll der DDR gedacht werden. Auf ihrer Homepage teilte die FDJ mit:  „Wer uns für verschwunden dachte, dem sei im Klaren, dass wir nie gegangen sind. Wer uns für Geschichte hielt, dem sei entgegnet, dass wir die Zukunft sind.“

Bereits im März und im Juni waren rund 50 Menschen mit FDJ-Fahnen und Blauhemden durch die Innenstadt Zwickaus gezogen, um „ein Zeichen gegen Faschismus und Krieg zu setzen“, wie die Veranstalter der Mini-Parade mitteilten. Die Stadt Zwickau hatte anschließend Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen die Freie Deutsche Jugend (FDJ) erstattet. Die Organisatoren aus Berlin hatten sich die Zwickauer Demo am Wochenende zwar genehmigen lassen. Einige Demonstranten hatten dann aber mit einer Leiter den Rathausbalkon erklommen.

Die FDJ wurde 1936 im Pariser Exil als Widerstandsorganisation gegen die Nationalsozialisten gegründet. Nach dem Krieg wurde die Freie Deutsche Jugend 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone als kommunistische Kadertruppe wiederbelebt. Erster Vorsitzender wurde Erich Honecker.

Im Rahmen der Wiedervereinigung versank die FDJ dann in der Bedeutungslosigkeit. Die heutigen Mitglieder stammen zumeist aus West-Deutschland.