Freigetränke für Mini-Rock und High Heels: Umstrittene Disko-Aktion

Marketing endet im Sexismusvorwurf: Ein Koblenzer Nachtclub ermutigt Frauen in knapper Kleidung zu erscheinen – Eintritt ist ab 16 Jahren.

Die Tanzfläche einer Diskothek. (Symbolbild)
Die Tanzfläche einer Diskothek. (Symbolbild)imago/pressmaster

Der Nachtclub „Agostea“ ist in Koblenz bekannt für Pop- und Schlagermusik. Mit einer Werbeaktion in den sozialen Medien erlangte der Partytempel jüngst auch überregionale Bekanntheit.

Um mehr Gäste in die Disko und damit auf die Tanzfläche zu locken, griffen die Betreiber zu einer vermeintlich ausgeklügelten Marketingstrategie. Unter dem Motto „Girls Attack“ sollte am 01. Juli eine Party stattfinden, die Frauen in knapper Kleidung und hohen Schuhen einen Freiverzehr von 15 Euro gewährte.

Der freiwillige Dresscode: Mini-Rock, Hot Pants und High Heels. Auf Instagram heizte das Werbevideo der Diskothek die Diskussion zusätzlich an: „Sorry Männer, heute habt ihr nichts zu sagen. Aber viel zu gucken!“. Es gebe nur eine Regel: „Die Ladys haben das Sagen!“ Reingelassen werden Besucher schon ab 16 Jahren.

In den sozialen Netzwerken kam die Werbeaktion weniger gut an. Eine Nutzerin schrieb beispielsweise in den Kommentarbereich: „Peinlich 2022 Sexualisierung von Menschen als Marketing Strategie vor allem bei na Party ab 16? Ihr wollt ernsthaft das Teenies sich für Freisuff ausziehen?“

Der Betreiber rechtfertigte die Aktion gegenüber Ben Kurier, es sei völlig normal heutzutage. „Fahren sie doch einmal nach Mallorca. Dort laufen auch leicht bekleidete Frauen herum und was wir machen, tun mittlerweile alle Discotheken.“, so der Agostea-Betreiber.

Das „Agostea“ warb auf Facebook indes weiter mit der umstrittenen Sonderaktion. Allerdings sei das Angebot nun auch für Männer gültig. „ Alle Mädels & Jungs mit High Heels im Minirock oder Hotpants kassieren heute 15 Euro Freiverzehr bis 23 Uhr!“, heißt es in einem Post.