Fridays for Future: Klimaproteste in Berlin und weltweit

  • In 80 Ländern und 350 deutschen Städten sind heute Klimaproteste geplant.
  • Allein in Berlin haben etwa 40.000 Menschen demonstriert.
  • Greta Thunberg sprach am Nachmittag vor dem Reichstagsgebäude.

Polizei Berlin: Etwa 40.000 Menschen kamen zur Klimademo

16.15 Uhr: Nach schleppendem Beginn der Klimademo von Fridays for Future in Berlin kamen doch mehr Teilnehmer als erwartet. Die Veranstalter hatten zuerst mit 20.000 Demonstranten gerechnet, die Polizei korrigierte die Teilnehmerzahlen am Nachmittag auf etwa 40.000. Die Beamten mussten ein paar Mal die Maskenpflicht durchsetzen. Ansonsten sei es friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Berliner Zeitung.

Luisa Neubauer: Armin Laschet lügt

15.15 Uhr: Noch deutlicher als Thunberg wurde die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die für die Fridays-for-Future-Bewegung in Deutschland steht. Sie rief: „Halleluja. Wir schreiben Geschichte. Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir Menschen in Masse und Masse in Macht verwandelt können.“ Fridays for Future sei es gelungen, die Parteien zum Handeln zu bewegen. Doch die Politik sei immer wieder zurückgeschnellt. „Die Klimapolitik der Bundesregierung ist so schlecht, dass das Verfassungsgericht sogar einschreiten musste. Das war ihnen noch nicht mal peinlich“, erklärte Neubauer.

Neubauer kritisierte auch die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) für ihre Klimapolitik. „Einen Sommer lang musste sich Olaf Scholz anhören, dass sein durchgeknallter Plan Kohle bis 2038 laufen zu lassen, zum Scheitern verurteilt ist“, sagte Neubauer am Freitag auf der Bühne vor dem Reichstagsgebäude. „Wir haben die Parteien dazu gezwungen, einen Sommer lang über Klimapolitik zu reden, obwohl ihre Programme dafür nicht ausreichen und das wissen sie auch selbst. Kein Wunder, dass Sie dann lügen müssen, Herr Laschet.“ Vor ihr hatte auch die schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, eine Rede gehalten.

Thunberg: Klimapläne deutscher Parteien gehen nicht weit genug

15 Uhr: Greta Thunberg hat die Deutschen aufgerufen, zur Wahl zu gehen. Allerdings käme keine deutsche Partei mit ihren Klimaplänen auch nur in die Nähe, das Pariser Abkommen einzuhalten. „Wenn die Pandemie uns etwas gelehrt hat, dann das: Dass die Klimakrise nie wie ein Notfall behandelt wurde“, sagte Thunberg.  

„Wir müssen weiter rebellieren und weiter auf die Straße gehen“, so Thunberg. Denn es sei nicht möglich, die Klimakrise im Innern des Systems zu lösen. Mit Blick auf die Bundestagswahl betonte sie:„ Die Parteien gehen nicht weit genug. Sie haben uns nie richtig ernst genommen.“ Und weiter: „Deutschland ist der viertgrößte Kohlenstoffdioxid-Emittent in der Geschichte, und das bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen. Deutschland ist objektiv gesehen einer der größten Klima-Bösewichte.“

Für Thunberg gab es neben Beifall auch Gekreische und von Teenagern Rufe wie: „Ich liebe dich Greta“ und „Oh mein Gott, ich habe Greta gesehen“. Viele filmten ihren Auftritt mit Handys. Nach der Kundgebung verließ sie gemeinsam mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und begleitet von Polizisten den Platz. Zuvor hatten drei ältere Männer sie bedrängt und mit Gesten beleidigt.

Fridays for Future: Abschlusskundgebung beginnt 

14.25 Uhr: Die Polizei Berlin spricht jetzt von 10.000 Teilnehmern. Mittlerweile ist der kurze Protestmarsch beendet und die Abschlusskundgebung vor dem Reichstagsgebäude hat begonnen.

imago /Chris Emil Janßen
Die Klimaaktivisten gehen zwei Tage vor der Bundestagswahl wieder auf die Straße. Die Polizei spricht inzwischen von 10.000 Teilnehmern.

Demo zieht durch Berlin-Mitte, über 6000 Teilnehmer

13.45 Uhr: Schätzungsweise 6000 bis 10.000 Menschen haben sich zwischen Bundeskanzleramt und Reichstagsgebäude versammelt. Unter ihnen ist auch Greta Thunberg. Sie ziehen jetzt durch die Innenstadt und wollen um 14.30 Uhr wieder vor dem Bundestag sein. Dann will Greta Thunberg ihre Rede halten. Thunberg sei extra nach Berlin gekommen, weil Deutschland eine der größten Industrienationen sei und somit Mitverursacher des Klimawandels, heißt es von den Aktivisten. Vor dem Start des Demozugs teilte Fridays for Future für die Stadt Berlin noch einige Forderungen mit: Bis 2030 soll die Klimaneutralität in der Hauptstadt erreicht sein. Berlin soll autofrei werden und der ÖPNV kostenfrei. Außerdem soll es in Berlin ein eigenes Schulfach für Klimaschutz geben.

Hafeneinfahrt in Dover blockiert: 17 Festnahmen 

13.15 Uhr:  Klimaaktivisten blockieren in Großbritannien immer noch die Hafeneinfahrt in Dover: Lastwagen und andere Fahrzeuge, die den Hafen erreichen wollten, kämen derzeit nicht durch. Die Polizei nahm 17 Beteiligte fest. Berichten zufolge bildeten sich vor dem Hafen Staus.

Die Aktivistinnen und Aktivisten von „Insulate Britain“ hatten in den vergangenen Wochen mit ihren Aktionen bereits mehrfach für erhebliche Störungen im Verkehr gesorgt – etwa, indem sie sich auf Spuren der Autobahn M25 klebten. „Wir müssen die Wahrheit über den akuten Horror der Klimakrise aussprechen“, sagte ein Sprecher der Organisation. Es brauche schnell große Veränderungen in notwendigem Maßstab.

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bei Klima-Protesten in Köln 

13 Uhr: Überraschender Gast: Annalena Baerbock wird am Freitag bei der Demonstration von Fridays for Future in Köln mitlaufen. Die Grünen-Kanzlerkandidatin kam zwei Tage vor der Bundestagswahl unangekündigt zu einem der Treffpunkte für den so genannten Klimastreik der Umweltbewegung. Am Nachmittag wird Baerbock zum bundesweiten Wahlkampfabschluss ihrer Partei in Düsseldorf erwartet.

Schüler und „Omas for Future“ auf dem Reichstagsrasen

12.40 Uhr: Der Platz vor dem Reichstag ist voller Menschen. Es fliegen Seifenblasen, es wehen die grünen Fahnen von Fridays for Future. Zwei Moderatoren rufen: „Was wollt ihr?“. Die Antwort der Massen: „Climate justice“. Ein Zwölfjähriger aus der siebten Klasse spricht. Er sagt, er könne erst bei der übernächsten Wahl wählen, in acht Jahren sei sein CO2-Budget aber schon aufgebraucht. Es spricht auch eine „Oma for Future“. Sie sagt, sie schäme sich, wie wenig ihre Generation getan habe gegen den Klimawandel. Vor 23 Jahren sei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) doch schon Umweltministerin gewesen.

AFP/Tobias Schwarz
Klima-Demo in Berlin: Das Schild „Smells like air pollution“ (riecht nach Luftverschmutzung) spielt auf den berühmten Grunge-Song „Smells like teen spirit“ von Nirvana an. 

Planänderung: Greta Thunberg tritt erst zum Schluss auf

11.40 Uhr: Kurz vor dem Start der Kundgebung befinden sich zwischen 500 und 1000 Leute vor dem Reichstagsgebäude. Die Demo-Teilnehmer sind aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Der Erfurter Musiker Clueso will auftreten. Und es gibt eine Planänderung: Greta Thunberg wird erst um 14.30 Uhr reden, nicht wie geplant um 12 Uhr.   

Auch Proteste in München, Stuttgart und Hamburg

10.30 Uhr: Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future will mit vielen Tausend Menschen an diesem Freitag demonstrieren. Die 18-jährige schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, will dabei vor dem Reichstagsgebäude in Berlin eine Rede halten. Zu der Berliner Demonstration „Alle fürs Klima“ sind 20.000 Teilnehmer bei der Polizei angemeldet. In großen Städten wie Hamburg, München oder Stuttgart sind ebenfalls größere Kundgebungen angesagt.

Die Demonstrationen sind Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz, in Deutschland soll es in mehr als 350 Städten Proteste geben. International sind über 1400 Aktionen geplant.

In Berlin gibt es ab 12 Uhr eine erste Kundgebung auf dem Platz der Republik. Die Demonstranten wollen dann eine Runde durchs Regierungsviertel und zurück zum Reichstagsgebäude laufen. Schon ab dem Vormittag sind zahlreiche Fahrraddemonstrationen von verschiedenen Plätzen in der Stadt aus zum Regierungsviertel angekündigt. Einige Fahrradkorsos von Schülern starten direkt vor den Schulen.

Zeitgleich läuft rund ums Brandenburger Tor weiter der Aufbau von Bühnen und Infrastruktur für den Berlin-Marathon am Samstag und Sonntag. Wegen der vielen Absperrungen sind Verkehrsbehinderungen und Staus in der Innenstadt zu erwarten.

Proteste in 80 Ländern weltweit, Hafeneinfahrt von Dover blockiert

10 Uhr: Klimaproteste finden an diesem Freitag in aller Welt statt: Die Organisation Fridays for Future hat in mehr als 80 Ländern in der ganzen Welt zum Klimastreik aufgerufen, um von den politisch Verantwortlichen eine ambitioniertere Klimaschutzpolitik zu fordern. 

Beispielsweise in Großbritannien gibt es Aktionen: Klimaaktivisten der Organisation „Insulate Britain“ haben am Freitagmorgen den Eingang des Hafens von Dover blockiert. Das bestätigte eine Sprecherin der Hafenpolizei. Lastwagen und andere Fahrzeuge, die den Hafen erreichen wollten, kämen derzeit nicht durch. Die Polizei sei vor Ort im Einsatz. Berichten zufolge bildeten sich vor dem Hafen Staus.