Berlin - Klimaaktivisten von Fridays for Future planen für Dienstag mehrere Protestaktionen gegen eine Stiftung, mit der das Land Mecklenburg-Vorpommern den Bau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 unterstützen will. In einer Mitteilung hat die Klimaschutzbewegung Proteste vor der SPD-Parteizentrale in Berlin, der Schweriner Staatskanzlei sowie der Anlandestation der Pipeline in Lubmin angekündigt.

Hannah Pirot von Fridays for Future Berlin sagt zu der Aktion: „Dass die Landesregierung mit einer sogenannten Klimaschutzstiftung den Ausbau der Pipeline Nordstream 2 vorantreiben möchte, ist eine Frechheit! Erdgas ist keine Brückentechnologie, sondern, genau wie Kohle, ein fossiler Energieträger. Wir müssen jetzt in Erneuerbare Energien investieren.“

Lea Dehning, Sprecherin von Ende Gelände Berlin, sagt dazu: „Eine Landesregierung, die den Bau einer Pipeline für fossiles Erdgas und Klimaschutz in einem Satz nennt, nimmt das Pariser Klimaabkommen nicht ernst. Für Klimagerechtigkeit und die 1.5 Grad Grenze muss Erdgas ab jetzt im Boden bleiben.“

Vergangene Woche hatte der Schweriner Landtag den Weg frei gemacht für die Gründung einer landeseigenen Umweltstiftung. Die gemeinwohlorientierte Stiftung soll Projekte im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz fördern, aber auch gewerblich aktiv werden können.

So ist geplant, durch die Stiftung Bauteile und Maschinen zu kaufen, die für die Fertigstellung der Gasleitung unerlässlich sind. Damit sollen angedrohte Sanktionen der USA gegen am Bau der Leitung beteiligte Firmen möglichst umgangen werden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte Gas wiederholt als notwendige Übergangstechnologie der Energiewende dargestellt.