BerlinIm Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg registriert die Polizei nach wie vor viele Straftaten, die im Zusammenhang mit Rauschgift stehen. Dazu zählen Handel, Schmuggel oder Konsum von illegalen Drogen.

Im Jahr 2019 erfasste die Polizei 5052 Betäubungsmittel-Delikte in dem Bezirk. Das ist ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. 2018  lag die Zahl noch bei 5015. 2017 waren es noch 4635 Delikte. Das teilt die Senatsverwaltung für Inneres und Sport nach einer parlamentarischen Anfrage des FDP-Abgeordneten Bernd Schlömer mit. Das Dokument liegt der Berliner Zeitung exklusiv vor.

In Friedrichshain-Kreuzberg verzeichnet die Polizei ebenfalls einen Anstieg bei den Drogen-Toten. „Für das Jahr 2017 wurden 26 Rauschgifttote im Bezirk  für das Jahr 2018 31 und für das Jahr 2019 44 Rauschgifttote polizeilich registriert“, heißt es in der Senatsantwort. 

Der Abgeordneter Bernd Schlömer sagt der Berliner Zeitung: „Es mangelt an einer allumfassenden Strategie zur Bekämpfung  von Drogen- und Rauschgiftkriminalität im Großbereich zwischen Kottbusser Tor und RAW-Gelände. Es ist nicht nur der Görli.“

Nach Gesprächen mit Verantwortlichen im Bezirk schätzt Bernd Schlömer, dass täglich 600 Dealer in Friedrichshain-Kreuzberg einen Umsatz von 200 000 Euro machen. Die Zahlen werden aber weder von Polizei noch von der Innenverwaltung bestätigt.

„Ich frage mich: Kapituliert jetzt der Senat oder wird es noch ein Präventions- und Restriktionsstrategie geben?“, so Bernd Schlömer weiter.  Er forderte ein Lagebild zur Betäubungsmittel-Kriminalität im Land Berlin.