Berlin - Ein Kind ist am Montagmorgen nach einem Sturz unter eine Straßenbahn geraten. Nach Angaben der Polizei hatte der Siebenjährige Glück, dass er den Unfall überlebte. „Der Junge muss mehrere Schutzengel gehabt haben“, sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Zeitung. Aufgrund des Rettungseinsatzes war die Landsberger Allee in beide Richtungen zwischen Platz der Vereinten Nationen und Petersburger Straße/Danziger Straße bis kurz nach 9 Uhr gesperrt. Der Unfall hatte sich um 7.45 Uhr an einer Haltestelle am Krankenhaus Friedrichshain ereignet.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei stürzte der Junge aus noch ungeklärter Ursache auf die Gleise und wurde anschließend von einer einfahrenden Tram überrollt, schrieb die Polizei auf Twitter. Den Informationen zufolge wurde der Junge nur leicht verletzt. Etwa 20 Feuerwehrleute rückten an und befreiten das Kind, das zwischen Straßenbahn und Bahnsteig eingeklemmt war. Es kam vorsorglich in ein Krankenhaus, wo es genauer untersucht wird.

Auch Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren von der Sperrung betroffen. Wie die BVG auf Twitter mitteilte, wurden die Linien M5, M6 und M8 zwischen Landsberger Allee/Petersburger Str. und Mollstr./Otto-Braun-Str. umgeleitet. Die Sperrungen sind mittlerweile aufgehoben.

Der Unfall am Montagmorgen weckt Erinnerungen an einen tödlichen Unfall aus dem Jahr 2018. Im Juni war die 13-jährige Ronja bei einem missglückten Rettungsversuch ums Leben gekommen. Die Jugendliche wurde am Blockdammweg in Rummelsburg von einer Straßenbahn erfasst. Sie überlebte die Kollision, war jedoch unter der Tram eingeklemmt. 

Beim Versuch der Feuerwehr, die Bahn anzuheben, um das Kind zu bergen, geriet die Tram ins Schlingern und stürzte schließlich von den Schienen ins Gleisbett. Sie begrub Ronja und zwei Feuerwehrmänner unter sich, die das Kind hervorziehen wollten. Während die beiden Helfer mit schweren Verletzungen überlebten, kam für das Mädchen jede Hilfe zu spät. Ronja starb an einem massiven Schädel-Hirn-Trauma.

Juristisch ist der Unfall abgeschlossen: Zwei wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Feuerwehrmänner wurden Anfang Oktober freigesprochen. Wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr auf Nachfrage der Berliner Zeitung sagte, kam bei der Rettung des Siebenjährigen kein Spezialwerkzeug zum Einsatz. Eine Technische Hilfeleistung sei nicht nötig gewesen, hieß es. Demnach sei auch kein Wagenheber eingesetzt worden wie damals bei Ronja.