Berlin - Am Mittwoch verhandeln Bund und Länder über eine weitere Verlängerung des Lockdowns. Ein Ende der Schließung von Restaurants, Fitnessstudios oder Kleidungsgeschäften ist noch nicht in Sicht. Ebenfalls noch unklar ist, ob Friseure  – wie von Innenminister Horst Seehofer gefordert - bereits früher als andere Branchen wieder öffnen dürfen. Viele Menschen legen mittlerweile selbst Hand an, Haareschneiden zuhause ist derzeit gang und gäbe. Einen Friseurbesuch kann der amateurhaft ausgeführte Haarschnitt zwar nicht ersetzen. Doch damit das Ergebnis der Do-it-yourself-Frisur (kurz: DIY-Frisur) zumindest nicht in einer totalen Katastrophe endet, sollte man einige grundlegende Tipps und Kniffe beachten.

Grundsätzlich gilt: Besser trockene als nasse Haare schneiden. Der Grund dafür: Nasse Haare legen sich nach dem Trocknen meist anders als gewollt. So kann es passieren, dass die Haare in trockenem Zustand deutlich kürzer wirken, als wenn sie nass sind. Zudem gilt: weniger ist mehr. Man sollte sich vorsichtig herantasten und Schritt für Schritt vorgehen. Lieber zwei- oder mehrmals schneiden, als in einem Schritt versehentlich zu viele Haare abzuschneiden oder abzurasieren.

Welche Schere brauche ich zum selber Haare schneiden?

Idealerweise benutzt man eine richtige Friseurschere. Man kann sie in Drogerien oder auch im Internet ab etwa zehn Euro kaufen. Das sind dann allerdings die günstigsten Modelle. Profi-Scheren kosten deutlich mehr. Auch wenn Nagelscheren im Netz immer wieder als Alternative zu einer Friseurschere genannt werden, heißt es bei Profis: Finger weg! Nagelscheren sollten nicht benutzt werden. Große und schwere Küchenscheren sowie Papierscheren eignen sich ohnehin nicht zum Haareschneiden.

Wie schneide ich die Haare mit der Maschine?

Die Hersteller von Haarschneidemaschinen raten dazu, die Maschine hinten im Nacken anzusetzen und dann von unten nach oben den Hinterkopf hinaufzufahren. Ein zweiter Spiegel, in dem man die Prozedur sehen kann, ist dabei hilfreich. In einem zweiten Schritt werden die Seiten nach demselben Prinzip rasiert. Die Frontpartie kommt zuletzt dran. Grundsätzlich sollte man die Millimeter-Einstellung eher großzügiger einstellen und entsprechende Aufsätze verwenden. Ab ist ab. 

Um die Übergänge der Haare selber zu schneiden, raten die Gerätehersteller, die Haarschneidemaschine zunächst unten anzusetzen. Je weiter man nach oben kommt, umso mehr muss die Maschine angehoben werden. Aber Achtung: Um auf diese Weise einen sauberen Übergang zu schaffen, braucht man Übung. Vor allem, wenn man es bei sich selbst und nicht bei einem anderen Menschen macht.

Wie schneidet man sich selbst die Spitzen?

Zunächst sollte man die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden. In einem zweiten Schritt werden die Haare gestrafft. Ein zweiter Haargummi wird dann solange nach unten gezogen, bis unterhalb des zweiten Gummis noch etwa fünf Zentimeter Haare zu sehen sind. Anschließend wird die zu schneidende Partie zwischen Mittel- und Zeigefinger zusammengedrückt. Dann die Schere ansetzen und maximal einen Zentimeter abschneiden. 

Wie schneidet man einen Pony nach?

Zunächst sollte der Pony mit einem Kamm von den restlichen Haaren abgeteilt werden. Die äußeren Strähnen des Ponys sollten etwa auf den äußeren Augenwinkeln liegen. Hilfreich ist nun ein Referenzpunkt für die spätere Länge. Das kann zum Beispiel ein Augenlid oder eine Augenbraue sein.

Gestartet wird nun in der Mitte des Ponys. Dazu nimmt man eine dünne Strähne über dem Nasenrücken locker zwischen Zeige- und Mittelfinger. Dann hält man die Schere senkrecht und schneidet von unten mehrfach hinein. Dadurch sollen zu harte Schnittkanten vermieden werden. Auf diese Weise arbeitet man sich Strähne für Strähne zu den Seiten vor. Wichtig: immer an dem zuvor gesetzten Referenzpunkt orientieren.

Haare wirklich selber schneiden oder besser doch nur stylen?

Nicht ohne Grund ist der Beruf des Friseurs ein Lehrberuf, dem eine mehrjährige Ausbildung vorausgeht. Als Laie wird man mit einem ordentlich ausgebildeten Friseur niemals konkurrieren können. Wenn es also nicht unbedingt nötig ist, sich die Haare selbst zu schneiden, sollte man lieber abwarten, bis die Profis wieder arbeiten dürfen. In der Zwischenzeit kann möglicherweise schon ein neues Styling ausreichen. Die Haare anders als sonst kämmen, ein neue Zopfvariante oder auch nur eine neue Kopfbedeckung wie Cap oder Mütze reichen womöglich aus, um aus der Form geratene Frisuren zu kaschieren.