Lissabon - Der frühere portugiesische Präsident Jorge Sampaio (1996-2006) ist am Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte das Präsidentenamt in Lissabon mit. Zugleich wurde eine dreitägige Staatstrauer von Samstag bis Montag angeordnet. Der Sozialist sei im Krankenhaus Santa Cruz in Lissabon gestorben, wo er seit mehr als einer Woche wegen Atembeschwerden behandelt worden sei, berichteten portugiesische Medien. Zudem habe er Herzprobleme gehabt.

Sampaio hatte sich schon als junger Mann politisch engagiert. In den 60er Jahren war er einer der Studentenführer, die gegen die Salazar-Diktatur rebellierten. Als junger Anwalt verteidigte er politisch Verfolgte. Als die friedliche „Nelkenrevolution“ linker Offiziere 1974 dem autoritären Regime eine Ende bereitete, gehörte Sampaio einer der ersten Übergangsregierungen an.

Sampaio war als Staatschef außerordentlich populär

Als Staatschef war Sampaio während seiner zwei Amtszeiten außerordentlich populär. Er wurde zwar als bisweilen „zögerlich“ beschrieben, bezog in wichtigen Fragen aber klar Stellung. So kritisierte er vor dem dritten Golfkrieg 2003, der mit dem Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein endete, scharf die Unterstützung des konservativen portugiesischen Regierungschefs José Manuel Barroso für den Kriegskurs des damaligen US-Präsidenten George W. Bush.

Nachdem Barroso EU-Kommissionspräsident geworden war, ernannte er den konservativen Pedro Santana Lopes zu dessen Nachfolger. Nur wenige Monate später entließ er ihn wegen mangelnder Erfolge und setzte Neuwahlen an.

Sampaio war mit Maria José Ritta verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.