Berlin/Moskau - Die Bundesregierung sieht in Russland geplante medizinische Zwangsuntersuchungen für Deutsche und andere Ausländer kritisch. Man teile die Sorge der vielen in Russland tätigen Organisationen und Unternehmen über mögliche Auswirkungen dieser Neuregelungen auf die wirtschaftliche, wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Mittwoch in Berlin. „Wir werden diese Sorgen aufnehmen und selbstverständlich weiter mit den russischen Stellen thematisieren.“

Untersuchungen sollen alle drei Monate stattfinden

Das Gesetz schreibt ab dem kommenden Frühjahr aufwendige medizinische Checks für Ausländer alle drei Monate vor. Dazu zählen neben einer Blutentnahme auch Röntgenuntersuchungen oder CT-Aufnahmen. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) hat bereits vor Konsequenzen für die russische Wirtschaft gewarnt, sollte die neue Regelung tatsächlich konsequent umgesetzt werden. Das Außenministerium in Moskau teilte auf Anfrage von Korrespondenten mit, sich um „günstige Bedingungen“ für Medienvertreter und deren Familien kümmern zu wollen.