Lehrer in Berlin wollen am 7. April ihre Arbeit niederlegen. Wie der RBB berichtet, hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu einem Warnstreik an diesem Tag aufgerufen. Hauptforderung der Bildungskräfte sind kleinere Klassen. Die GEW fordert maximal 19 Schüler pro Klasse. Erlaubt sind derzeit Grundschulklassen à 26 Kinder.

Die Leiterin des Vorstandsbereichs Tarifpolitik bei der Berliner GEW, Anne Albers, betont die Vorteile kleinerer Klassen. Geringere Arbeitsbelastung und individuelle Förderung der Schüler seien positive Effekte. Mit Blick auf den sich dadurch möglicherweise verschärfenden Lehrermangel sagt Albers: „Es kann auch sein, dass die Köpfe, die da sind, weniger belastet und dadurch nicht so oft krank werden oder sich nicht gezwungen fühlen, in Teilzeit zu gehen. Das heißt, die Ressourcen, die da sind, könnten auch besser genutzt werden.“

Rund 30 Prozent der Berliner Lehrer arbeiten in Teilzeit

Daher könnten auch keine genaueren Berechnungen zur genauen Anzahl der im Falle der Durchsetzung der GEW-Forderung benötigten Lehrer angestellt werden. Zudem arbeiteten laut Albers rund 30 Prozent der Berliner Lehrkräfte in Teilzeit. Die Gewerkschafterin vermutet, dass einige bei kleinerer Klassengröße Vollzeitkräfte würden.

Albers hält es zudem für möglich, dass kleinere Klassen mit der damit verbundenen geringeren Belastung auch zu einer Zuwanderung von Fachkräften führen könnten. Sollte ein entsprechender Tarifvertrag zustande kommen, wäre dies bundesweit „ein absoluter Paradigmenwechsel“, sagt Udo Mertens, Leiter des Vorstandsbereichs Tarifpolitik der GEW Berlin. Die Lehrer treten auch für eine Schulpsychologenstelle ab einer Schulgröße von 2000 Schülern und eine Sozialpädagogenstelle pro 150 Schüler ein, heißt es.