Nach dem Fund von Fässern mit hochgiftigen chemischen Kampfstoffen in Fürstenwalde (Landkreis Oder-Spree) ist der Räumeinsatz am Montag ohne Zwischenfälle beendet worden. Die letzten sechs der insgesamt 26 Fässer mit je 100 Litern Inhalt seien am Montagvormittag ausgegraben worden, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Jörn Müller. Sie kämen nun in dicht verschlossene Spezialbehälter und würden auf einem Lastwagen abtransportiert. „Sie sind noch alle dicht, es sieht gut aus und es ist kein Inhalt ausgetreten. Wir hoffen, dass es so bleibt.“

Die verrosteten Fässer waren durch gezielte Untersuchungen gefunden worden. Auf einigen waren Totenköpfe und russische Beschriftungen zu sehen. Am Donnerstag wurden die ersten 20 Behälter abtransportiert.

Welche Giftstoffe genau in den Fässern enthalten sind, war noch nicht bekannt. Das soll nun eine Spezialfirma für die Entsorgung von Munition und Giftstoffe aus Niedersachsen herausfinden. Sie transportierte die Fässer ab, entnimmt aus jedem eine Probe und analysiert sie. Später können die Giftstoffe entsorgt werden.

Einige der Fässer könnten von den Nazis aus dem Zweiten Weltkrieg stammen

Neben der Feuerwehr war auch die Gefahrstoffeinheit des Landkreises im Einsatz, vor allem für den Fall, dass Fässer undicht gewesen wären und Gift ausgetreten wäre. Die Polizei war nur in Amtshilfe vertreten.

Im Zweiten Weltkrieg hatte die deutsche Wehrmacht an der Stelle in Fürstenwalde einen Standort, an dem auch chemische Kampfstoffe wie Giftgas gelagert wurden, wie Müller sagte. Später übernahm die sowjetische Armee den Standort und einen Teil der Giftstoffe. Bei den Fässern könnte es sich um Hinterlassenschaften beider Armeen handeln. Es gebe auf manchen Fässern Hinweise auf eine sowjetische Herkunft, andere könnten noch aus deutschen Beständen stammen. Nach früheren Erkenntnissen seien nach dem Krieg zum Teil auch alte und neue Gift- und Kampfstoffe gemischt worden.